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Furchenbienen: Halictus quadricinctus

Artname: Halictus quadricinctus (Rossi 1790)
Synonym: deutsch: "Vierbindige Furchenbiene"
Merkmale: groß, W: 15–16 mm, M: 13–16 mm; W. durch die in der Mitte schmaleren oder gar unterbrochenen Hinterleibsbinden bestimmbar; M. mit nach hinten breiterem Abdomen.
Verbreitung: Marokko bis Südfinnland und Mandschurei; ganz Deutschland unter 500 m.
Lebensraum: offene Vegetation, Sand- und Lehmgruben, Böschungen, Ruderalflächen.
Fortpflanzung:  aus 15–20 Brutzellen bestehende Grabwaben in selbstgegrabene Hohlräume in Steilwänden, aber auch in vegetationsarmem ebenem Boden, im Frühling 13–20, im Sommer 20–33 cm tief, u. U. in größeren Aggregationen; solitäre Nistweise, die W. leben einige Wochen mit ihren Nachkommen im Nest.
Kuckuck: Blutbiene Sphecodes gibbus
Nahrung,
Nestproviant:
unspezialisiert (polylektisch): Pollen aus 8 Pflanzenfamilien: bevorzugt Korbblütler (Asteraceae), auch Rauhblattgewächse (Boraginaceae), Windengew. (Convolvulaceae), Kardengew. (Dipsacaceae), Ölbaumgew. Oleaceae), Mohngew. (Papaveraceae), Hahnenfußgew. (Ranunculaceae), Baldriangew. (Valerianaceae).
Flugzeit: 1 Generation im Jahr (univoltin): W.: ab April, M.: Mitte Juli bis Anfang September.
Rote Liste: Kategorie 3: Gefährdet
Furchenbiene Halictus quadricinctus
Halictus quadricinctus Weibchen, Abdomen · Apetlon (Neusiedler See), 06.08.2005

Halictus quadricinctus nistet zwar wie die meisten Bienenarten solitär und bringt auch nur eine Generation im Jahr hervor, ist aber für zwei Überraschungen gut: Der Hauptgang ihrer Nestkonstrktion verzweigt sich nicht, sondern führt nach 8–10 cm in einen geräumigen Hohlraum, der eine aus 15–10 Brutzellen bestehende "Grabwabe" enthält, die keinen Kontakt zur Wand und Decke hat. Die Nachkommen schlüpfen bereits nach wenigen Wochen und leben dann mehrere Wochen lang mit ihrer Mutter zusammen (!) im Nest. Das alte Weibchen stirbt schließlich, die Jungweibchen aber paaren sich mit den Männchen und überwintern, um im nächsten Frühjahr ein neues Nest zu bauen. Die Drohnen hingegen sterben am Ende des Sommers.

Halictus quadricinctus, W.   Halictus quadricinctus, W.

Diese größte heimische Furchenbiene ist ebenso selten wie gefährdet. Das liegt aber nicht – wie bei anderen Arten – an einer Spezialisierung auf wenige seltene Tracht: Mit Pollenquellen aus gleich acht Pflanzenfamilien ist diese Art ausgesprochen polylektisch. Allerdings benötigt Halictus quadricinctus Blütentracht nicht nur einige Frühlingswochen lang, sondern aufgrund ihrer Langlebigkeit bis in den Spätsommer hinein. Was sie außerdem immer weniger findet, sind geeignete Niststrukturen wie Lößwände und Hohlwege. Beides, Blütentracht und Nistplätze, werden vielerorts vorsätzlich und systematisch aus einem fehlgeleiteten Ordnungssinn heraus vernichtet: Wiesen- und Wegränder werden zu Beginn des Sommers regelmäßig genau dann gemäht, wenn sie in voller Blüte stehen; Hohlwege werden verbreitert und ebenso wie Lößwände und Böschungen eingefaßt und begrünt ("melioriert").

Halictus quadricinctus ist auf den ersten Blick kaum von zwei ähnlichen großen Arten zu unterscheiden.

  1. Endbinden breit: H. scabiosae oder H. sexcinctus (siehe 2),
    Endbinden schmal und in der Mitte zusätzlich verschmälert: H. quadricinctus.
  2. Unterscheidung von H. scabiosae oder H. sexcinctus:

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