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| Die erdnistende "Goldbiene" (Andrena fulva |
Ungefähr 555 Wildbienenarten leben in Deutschland, und die meisten davon alleine (solitär). Die winzigsten unter ihnen macht eine Körperlänge von gerade einmal 2 mm ganz unauffällig oder läßt sie uns mit Fliegen verwechseln. Andere Arten sehen der Honigbiene des Imkers so ähnlich, daß wir an andere Arten gar nicht erst denken. Wieder andere haben mit ihrer Schwarz-Gelb- oder auch Schwarz-Rot-Zeichnung das für Laien typische Erscheinungsbild einer Wespe.
Höchst unterschiedlich sind die Nester: Manche solitär lebende Bienenart baut sie im flachen Boden, in Böschungen oder in Steilwänden, andere mörteln Lehmnester ungeschützt an Steine, wieder andere nutzen für ihren Nachwuchs Käferfraßgänge in Totholz oder graben bzw. beißen die viele Zentimeter langen Niströhren selbst. Manche Nester sind isoliert, andere finden sich zu Hunderten oder gar Tausenden am selben Ort (in sogenannten Aggregationen), wenn diese zum Nisten besonders günstig ist. Der Laie glaubt dann, es handele sich um einen Schwarm bzw. ein Volk.
Die Männchen der Einsiedlerbienen spielen eine ebenso eingeschränkte Rolle wie bei den Honigbienen und Hummeln: Sie erscheinen meist etwas früher als die Weibchen (man nennt das Proterandrie), sie kümmern sich ausschließlich um die Begattung der Weibchen, und sie sterben Wochen vor ihnen, haben also oft nur eine recht kurze Lebensdauer.
Die Weibchen einer typischen Solitärbienenart sind hingegen jede ihre eigene Königin: Als Universaltalente suchen sie einen Niststandort, graben, erweitern oder bauen eine Nisthöhle und eine Anzahl Brutzellen, sammeln für jede Zelle in vielen Flügen unermüdlich Pollen und oft auch etwas Nektar, legen in jede Zelle ein einziges Ei und verschließen dann die Zelle und schließlich das ganze Nest. Vor diesem Hintergrund könnte man durchaus die Frage stellen, wem das Attribut des Bienenfleißes mehr gebührt: der Honigbiene oder ihrer einsiedelnden Verwandtschaft?
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| Sandbienen der Art Andrena flavipes |
Aber es gibt auch "faule" Weibchen in der Bienenwelt eine große Rolle spielt unter den Einsiedlerbienen nämlich der Parasitismus: Rund ein Viertel von ihnen sind "Brutparasiten" bzw. "Schmarotzer" oder einfach "Kuckucksbienen", die keine eigenen Nester und Nestzellen bauen und auch nichts zur Versorgung ihrer Nachkommen eintragen; vielmehr legen sie ihre Eier im günstigen Moment in die Brutzellen anderer Solitärbienen, wo ihre Larven sich von der Wirtslarve und deren Proviant ernähren. Dieses Verhalten erinnert zurecht an den Kuckucksvogel, es wird auch als "Futter-" oder "Nestparasitismus" bezeichnet und kommt auch bei den Hummeln vor.
Als ob dieses ausgeprägte Phänomen noch nicht Belastung genug wäre, werden unsere Einsiedler auch noch von anderen Parasiten aus dem Insektenreich heimgesucht: Naturfreunde können an ihren Nistblöcken immer wieder kleine Fliegen (Cacoxenus indagator), Schmalbauchwespen (Gasteruption), Keulenwespen (Sapyga spec. und Sapygina decemguttata) und Schlupfwespen (Ephialtes spec.) beobachten, wie sie geduldig auf einen geeigneten Moment für die eigene Eiablage warten bzw. ihre lange Legeröhre in ein Nest bohren ...
Manche Bienengattungen sind ausgesprochen artenreich (etwa Andrena und Halictus & Lasioglossum), andere eher artenarm (z. B. Melitturga oder Systropha); einige haben ihren Verbreitungsschwerpunkt in Europa und kommen auf anderen Kontinenten kaum oder gar nicht vor, andere sind umgekehrt bei uns mit nur wenigen Arten vertreten; einige schließlich kommen als Generalisten bei uns fast überall vor, andere sind aufgrund ihrer Abhängigkeit von bestimmten Klimaten, Niststrukturen und/oder Trachtpflanzen extrem selten.
Im folgenden werden die Gattungen der mitteleuropäischen Solitärbienen vorgestellt und auch viele ihrer Arten. Der Besucher hat die Wahl, sich in der Navigationsleiste am linken Bildschirmrand anzeigen zu lassen: entweder die
Die Artenportraits sind jeweils durch waagerechte grüne Pfeile (
) am oberen Bildschirmrand erreichbar. Der Verweis auf die "nächste Gattung" am unteren Bildschirmrand führt zur nächsten Gattung nicht in alphabetischer, sondern taxonomischer Folge. Die Arten einer Gattung sind jeweils alphabetisch aufgeführt und untereinander ebenfalls durch grüne Pfeile (
bzw.
) zugänglich. Wer eine gesuchte Art unter den Portraits nicht findet, der könnte im Artenlexikon der Website
Wildbiene.com des Kollegen Fockenberg fündig werden oder auf der Website
Wildbienen.info des wohl bekanntesten deutschen Wildbienenexperten, Dr. Paul Westrich.
Die Beschreibungen der Gattungen und Arten verwenden immer wieder auch Fachtermini. Wer diese nicht kennt, kann sie jeweils in der
allgemeinen bzw. Biologie-Sektion im "Glossar" nachschauen. Auch die wissenschaftlichen Pflanzennamen lassen sich dort in einem eigenen
Pflanzen-Glossar entschlüsseln. Die Großbuchstaben D, A und CH stehen für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Bedingungen für die Nutzung von Bildmaterial und/oder Texten sind auf der
Impressum- & Copyright-Seite nachzulesen. Bildautoren sind in den Bildunterschriften durch ein dreistelliges und kursiv gesetztes Kürzel in Klammern gekennzeichnet; fehlt das Kürzel, so ist der Autor dieser Website auch der Bildautor.
Die folgenden Familien [alternativ: Unterfamilien] und ihre Gattungen sind in taxonomischer Reihenfolge aufgeführt:
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Alternative und ehemalige Familien bzw. Gattungen stehen in eckigen Klammern. In runden Klammern und Anführungszeichen werden deutsche Gattungsnamen genannt, die dem Laien das Ansprechen der Bienengattungen erleichtern sollen.
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