"Wildbienen" = 'wilde Bienen'? Der Ausdruck mag den einen oder anderen Laien in die Irre führen, aber er ist mit Bedacht gewählt: Er meint nicht die wilden Vorfahren oder exotischen Verwandten unserer domestizierten Honigbiene, die vielen Menschen leider als einzige Bienenart bekannt ist, oder gar 'verwilderte' Honigbienen; vielmehr soll er die ca. 555 allein in Deutschland vorkommenden Bienenarten von der einzigen Nutzbiene, der Honigbiene, unterscheiden.
Anders als Honigbienen leben die meisten Bienen einzeln und werden daher als "Einsiedler-" bzw. "Solitärbienen" bezeichnet. Dieses Einzelgängertum bezieht sich auf die Haupttätigkeiten einer weiblichen Wildbiene: Nestbau und Brutpflege; diese allerdings finden bei 24% aller Bienen – sogenannten Kuckucksbienen – gar nicht statt und bei ca. 73% der nestbauenden Arten im Erdboden! Die anderen Bienen nisten in Totholz, in und an Gestein, in Schneckenhäusern etc. Sozial leben nur die meisten Furchenbienen und Hummeln.
Die höchst interessante Biologie gerade der Einsiedlerbienen, die gegenseitige Abhängigkeit von Pflanzen und Wildbienen, ihr großer Nutzen für uns Menschen, aber auch ihre zunehmende Seltenheit aufgrund menschlicher Eingriffe sowie Möglichkeiten und Gebote ihres Schutzes sind Themen der folgenden Seiten.
Den Hummeln ist aufgrund ihrer Bekanntheit ein großer Sonderteil gewidmet.
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Die Mauerbiene Osmia bicornis gehört zu unseren häufigsten Solitärbienen: Sie wird gerne mit der Honigbiene verwechselt, nistet aber einzeln in Gängen holzbohrender Insekten und anderen Höhlungen zum Beispiel in Nisthilfen.
Die Männchen sind gut an ihren langen Fühlern und dem weißen "Schnäuzer" zu erkennen. |
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