Camptopoeum sind eine in Mitteleuropa sehr seltene Gattung: Im deutschsprachigen Raum sind gerade einmal zwei Arten belegt, die einzige in Deutschland lebende Art (Camptopoeum frontale, 67 mm) ist in Sachsen-Anhalt vom Aussterben bedroht. Die im österreichischen Burgenland häufigere Art C. friesei ist eine Spezialistin für Sodaböden und in den Salzlacken des Neusiedler Sees noch regelmäßig anzutreffen, aber durch falsches Nationalpark-Managemnt mittlerweile ebenfalls gefährdet.
"Buntbienen" sind schwach behaart und schwarz, aber gelb geringelt; Gesicht und Thorax weisen gelbe Flecken auf, die Augen sind auffällig groß und hell. Aus einiger Entfernung erinnern sie trotz des stumpfen Abdomen-Endes an die etwa gleichgroße, aber stärker behaarte Seidenbiene Colletes daviesanus mit ihren auffällig hellen Haarbinden. Mit ihren Bürsten an Hinterschiene und -ferse transportieren Buntbienen große weil nektarfeuchte Pollenklumpen. Beide Camptopoeum-Arten sind auf zwei Korbblütler-Gattungen, nämlich Flockenblumen und Disteln, spezialisiert, also oligolektisch.
Wie die Sandbienen (Andrena spec.) nisten Buntbienen in kleinen bis großen Aggregationen im Boden, und zwar an ebenen wie auch schrägen (fast) vegetationsfreien Stellen: Von einem Hauptgang aus graben sie mehr oder weniger rechtwinkelig Seitengänge, an deren Enden die horizontalen Brutzellen entstehen. Nach deren Verproviantierung Zelle und dem Legen des Eies verschließt das Weibchen die jeweilige Zelle und füllt den Seitengang mit Erde auf. Die Larven spinnen keinen Kokon. Die fertige Biene gräbt sich im Hochsommer des folgendes Jahres an die Oberfläche, wo sie von den dort patrouillierenden Drohnen schon erwartet wird.
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| Die Salzlacken am Neusiedler See (Burgenland): | das salzige Nisthabitat der Buntbiene C. friesei |
Die seltenen Buntbienen fliegen in nur einer Generation im Juli und August. Dann kann man auch ihren Kuckuck beobachten: die Kurzhornbiene Pasites minutus. Camptopodeum wie auch ihr Kuckuck sind bilang nur wenig erforscht.
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| Salz-Buntbiene |
Lange Lacke bei Apetlon, 05.08.2005 |
| Camptopoeum Spinola 1843 nach Schwarz et al. (1996), Müller, sowie Westrich & Dathe (1997 & 1998) | ||
| C. friesei Mocsáry 1894 | C. frontale (Fabricius 1804) | 2 Arten |
| Portrait: C. friesei | nächste Gattung |