Osmia  adunca ·  aurulenta ·  bicolor ·  bicornis/rufa ·  brevicornis ·  caerulescens ·  cornuta ·  leaiana ·  leucomelana ·  spinulosa


Mauerbienen: Osmia spinulosa

Artname: Osmia spinulosa (Kirby 1802)
Volksmund: deutsch: "Bedornte Mauerbiene" · englisch: "Spined Mason-Bee" · niederländisch: "Gedoornde slakkenhuisbij"
Merkmale: W. &: M.: 7–8 mm; schwarz und schlank – ähnlich einer Scherenbiene (Chelostoma) – mit schmalen weißen Endbinden, von den die zwei vorderen mittig unterbrochen sind. W.: weißlich behaart, schwarzer Kopf & Thorax (Mesosoma) aber hellbraun behaart; Scutellum seitlich jeweils mit spitzem Dorn, Mittelfeld des Propodeums (das schon zum Abdomen gehört) genarbt; 1.–6. Tergit mit weißlichen Endbinden, Metasoma-Unterseite mit roter Bauchbürste. M.: eher gelblich behaart; Scutellum & Propodeums wie beim W., aber Mittelfeld unten glänzend; 6. Tergit mit Querkante, 7. Tergit am Ende mit Dorn; 1. Sternit mit Dorn.
Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa; ganz Deutschland, in den Alpen bis 2000 m.
Lebensraum: trockenwarm: Dünen, Steinbrüche, Brachen, Waldränder, auch Ruderalflächen und Parks.
Fortpflanzung:  leere Schneckenhäuser der Heideschnecken Helicella itala und H. obvia und der Hainbänderschnecke Cepaea nemoralis, vermutlich auch kleinerer Schneckenarten. Brutzellen aus Pflanzenmörtel. Überwinterung als Ruhelarve im Schneckenhaus.
Kuckuck: die Düsterbiene Stelis odontopyga.
Nahrung: spezialisiert (oligolektisch) auf Korbblütler (Asteraceae), z. B. Alant, Astern, Greiskkraut, Disteln, Flockenblume, Herbst-Löwenzahn, Kamille, Wegwarte etc.
Flugzeit: eine Generation im Jahr (univoltin): Juni–Mitte August.
Rote Liste: Kategorie 3: Gefährdet
Osmia spinulosa, W
Die Mauerbiene Osmia spinulosa  · (nix)
Osmia spinulosa, M mit Sternit-Dorn

Die "Bedornte Mauerbiene", wie die deutsche Übersetzung des wissenschaftlichen Namens lautet, läßt sich von anderen kleinen Osmia-Arten nur schwer unterscheiden, hilfreich bei der Bestimmung sind aber die Dornen seitlich am Scutellum (dem "Schildchen" unter dem Hauptschild bzw. Scutum) des Weibchens und am 1. Bauchring (Sternit) sowie am 7. bzw. letzten Hinterleibsring (Tergit) des Männchens. Das nebenstehende Foto läßt den Dorn am 1. Sternit des Drohns erkennen.

Diese seltene Osmia-Art ist ein Bewohner trockenwarmer Lebensräume, also unzerstörter (nicht überwachsener) Binnendünen und anderer Sandgebiete, alter Steinbrüche, Weinbergbrachen, Trockenmagerrasen etc.: ungenutzter, strukturreicher Biotope mithin, wie man sie leider immer seltener findet. Sogar in Parks und Gärten ist sie manchmal zu beobachten, wenn sie dort die richtigen Nahrungspflanzen und in der Nähe die artspezifischen Nistmöglichkeiten findet: Die Pollenspezialistin ist an Korbblütler gebunden und oft auf dem "Ochsenauge" (Buphthalmum salicifolium) zu finden. Außerdem gehört Osmia spinulosa zu den Schneckenhaus-Nistern: Mit zerkauten Pflanzenteilen ("Pflanzenmörtel") baut sie ihre Nester in leeren kleinen Schneckenhäusern. In unserer vom Menschen überformten Landschaft hat diese Mauerbiene also wenig Überlebenschancen, diese hängen von Naturschutzgebieten ab und günstig gelegenen Naturgärten.

Mauerbiene: Osmia spinulosa, W   Mauerbiene: Osmia spinulosa, W
O. spinulosa  auf Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium) · Dillenburg, 05.07.2015 (nix)   Osmia spinulosa  auf Buphthalmum salicifolium · Dillenburg, 04.07.2015 (nix)

Mauerbiene: Osmia spinulosa, M   Mauerbiene: Osmia spinulosa, M
O. spinulosa  auf Buphthalmum salicifolium   auf Ochsenauge · Dillenburg, 05.07.2015 (nix)

Mauerbiene: Osmia spinulosa, M   Mauerbiene: Osmia spinulosa, M
Osmia spinulosa  auf Centaurea scabiosa   auf Flockenblume · Kaiserstuhl, 04.08.2015 (hjm)

Osmia spinulosa, M   Osmia spinulosa, W
Osmia spinulosa  auf Riesenalant (Inula magnifica) · Dillenburg, 01.07.2016 (nix)   O. spinulosa  auf Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium) · Dillenburg, 10.07.2016 (nix)

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