Osmia
adunca ·
aurulenta ·
bicolor ·
bicornis/rufa ·
caerulescens ·
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leucomelana ·
spinulosa
Mauerbienen: Osmia caerulescens
| Artname: |
Osmia caerulescens (Linnaeus 1758) |
| Synonym: |
Osmia aenea (Linnaeus 1761), "Blaue Mauerbiene" |
| Merkmale: |
810 mm; W.: blauschillernder Körper mit schütterer weißgrauer Behaarung; M.: viel behaarter, Thorax mit rotbraunen Pelz |
| Verbreitung: |
Ganz Europas ohne den hohen Norden |
| Lebensraum: |
Waldränder und -lichtungen, Streuobstwiesen, Parks und Gärten (synanthrop) |
| Fortpflanzung: |
vorhandene Hohlräume (45 mm) in Totholz und Pflanzenstengeln, Gestein und Lehmwänden, auch in alten Pelzbienen-Nestern (Anthophora), linear bis zu 7 Brutzellen, Nestverschluß aus Laubblättern; Überwinterung als Imago im Kokon. |
| Kuckuck: |
Kuckucksbiene Stelis ornatula |
| Nahrung: |
Pollen vieler Kräuter, Sträucher und Bäume aus 7 Pflanzenfamilien, bevorzugt Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und Lippenblütler (Lamiaceae) (polylektisch); sehr blütenstet. Der Pollen ist mit Nektar versetzt und daher recht feucht. |
| Flugzeit: |
teilweise eine 2., weniger fruchtbare Generationen im Jahr (bivoltin): 1. Ende März (M.) bzw. Mitte April (W.) bis Mitte Juli; 2. Anfang Juli bis Mitte August und länger. |
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Osmia caerulescens an Schilfstengeln · Solingen-Ohligs, 28.4.2007 |
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Die "Blaue Mauerbiene", Osmia caerulescens, ist für das menschliche Auge zwar nicht sonderlich attraktiv, sie weist aber drei Besonderheiten auf:
- Sie zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus: Das bläulichschwarze Weibchen unterscheidet sich sehr vom pelzigeren und auf dem Thorax rötlichbraunen Männchen, das wiederum äußerlich kaum von den Männchen vieler anderer Bienenarten zu unterscheiden ist. Der Laie ist in solchen Fällen geneigt, zwei Arten zu vermuten. Von Osmia-adunca-Männchen unterscheiden sich die Drohnen durch ihre kürzere, kompaktere Gestalt, ihre dickeren Köpfe und ihren violett- bis grünlichbronzenen Glanz.
- O. caerulescens bringt teilweise ab Juli eine zweite Generation hervor, die bis August, unter Umständen sogar noch in einen warmen Oktober hinein fliegen und so dazu beitragen kann, daß die Frühjahrsbienen von zwei Generationen abstammen, nämlich der Frühlings- und der Sommergeneration des Vorjahres.
- Die Zellwände und der außen sichtbare Nestverschluß werden aus Pflanzenmörtel, also zerkauten Laub- und sogar Blütenblättern gemauert.
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| Osmia carulescens: Das pelzige Männchen unterscheidet sich deutlich vom Weibchen |
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Osmia carulescens wartet auf Weibchen · Solingen-Ohligs, 1.4.2007 |
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Osmia carulescens mit typisch bronzefarbenem Thorax, sonnenbadend · Solingen-Ohligs, 1.4.2007 |
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Die grüne Farbe des Pflanzenmörtel-Verschlusses verrät die Mauerbienenart: O. caerulescens |
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Osmia carulescens beim Nestbau · 22.4.2007 |
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bei der Nestkontrolle · Solingen, 22.4.2007 |
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Osmia carulescens beim Abnagen von Blättern |
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(siehe Blattwunden) · Solingen-Ohligs, 22.4.2007 |
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Osmia carulescens am Wollziest (Stachys byzantina) · Leverkusen, 7.6.2007 |
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Osmia carulescens sonnenbadend · Leverkusen, Neulandpark (LaGa 2005), 17.6.2007 (jac) |
Brutgeschäft: Als Baumaterial verwendet die Blaue Mauerbiene meistens grüne Laubblätter, aber auch Blütenblätter von Mohn und Malve werden zerkaut. Schon die erste Zelle erhält eine Rückwand, obwohl diese am Ende eines Ganges nicht zwingend notwendig erscheint. Die Vorderwände der durchschnittlich 8,6 mm langen Zellen werden wie bei Osmia bicornis (= O. rufa) vor dem Provianteintrag bereits durch eine Schwelle angedeutet. Wenn das Weibchen nach ca. 20 Sammelflügen genügend Nektar-getränkten Pollen eingetragen hat, legt und drückt es ein Ei mit seinem hinteren Ende in den feuchten Proviant. Dann mauert es die Verschlußwand zu Ende und damit zugleich die Rückwand der nächsten Zelle. Pro Tag werden nur 12 Eier gelegt.
O. caerulescens benötigt vom Ei bis zur flugfähigen Biene (Imago) bei 21° Celsius 67 Wochen und bei 28° C nur ca. 23 Tage. Die Larve fängt nach dem Schlupf sofort an zu fressen und gibt nach ca. 7 Tagen erstmals Kot ab. Nach 910 Tagen stellt sie die Nahrungsaufnahme ein und spinnt einen dünnwandigen seidigen Kokon, der die ganze Zelle ausfüllt.
Aus Eiern, die bis Juni gelegt wurden, kann schon im Juli eine zweite Generation schlüpfen und ausfliegen, deren Nachkommen als Imagines im Kokon den Winter überdauern; aus solchen Eiern der Frühjahrsgeneration, die erst nach dem Monat Juni gelegt werden, schlüpfen hingegen im selben Jahr keine Bienen mehr.
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Osmia carulescens beim Sammeln von Nistmaterial · Solingen-Ohligs, 22.4.2007 |