Osmia  adunca ·  aurulenta ·  bicolor ·  bicornis/rufa ·  brevicornis ·  caerulescens ·  cornuta ·  leaiana ·  leucomelana ·  spinulosa


Mauerbienen: Osmia aurulenta

Artname: Osmia aurulenta (Panzer 1799)
Volksmund: deutsch: "Rote Schneckenhaus-Mauerbiene" · englisch: "Gold-Fringed Mason-Bee" · niederländisch: "Gouden slakkenhuisbij"
Merkmale: 8–10 mm; junge W. mit braunroter Behaarung von Oberkopf, Thorax & 1. Tergiten, braunroten schmalen Tergit-Binden und orangeroter Bauchbürste, dadurch ähnlich O. rufohirta, aber gedrungener und mit größerem Kopf; ältere Weibchen ähnlich O. tridentata, die gestreckter erscheint u. erst im Juni auftaucht. M. kaum bestimmbar.
Verbreitung: Süd- & Mitteleuropa und bis 57° nördl. Breite; Alpen bis 2000 m; ganz Deutschland, im Norden nur vereinzelt; Kalkgebiete.
Lebensraum: Binnendünen, Felshänge, Brachen, Steinbrüche, strukturreiche Waldränder, auch Böschungen & Parks.
Fortpflanzung:  leere mittlere bis große Schneckenhäuser, dort meist mehrere Brutzellen; Überwinterung als Imago im Kokon im Schneckenhaus.
Kuckuck: offenbar keine Kuckucksbiene
Nahrung,
Nestproviant:
unspezialisiert: 6 Pflanzenfamilien (polylektisch), vor allem Fabaceae und Lamiaceae; selten blütenstet.
Flugzeit: meist eine Generation im Jahr (univoltin): April bis August; die M. erscheinen 2 Wochen vor den W. (Proterandrie); Nestbau ab Ende Mai; vielleicht im Sommer eine 2. Generation.
Mauerbiene: Osmia aurulenta, W
Schneckenhaus-Mauerbiene Osmia aurulenta  · Solingen-Ohligs, 21.05.2005

Osmia aurulenta, die rotbraun bepelzte 'goldene Mauerbiene', gehört zu jenen Mauerbienen, die in Schneckenhäusern nisten. Sie ist vielleicht nicht so bekannt wie Osmia bicolor, die "Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene", aber genauso interessant: Sie baut ihre Nester in mittelgroßen bis großen leeren Schneckenhäusern, also vor allem denen der bekannten Weinbergschnecke (Helix pomatia); weniger beliebt sind die Häuser kleinerer Arten, also der Hain-, Schnirkel- und Heideschnecken: Arianta arbustorum ("Gefleckte Schnirkelschnecke"), Cepaea hortensis ("Gartenschnecke"), Cepaea vindobonensis ("Sarmatenhainschnecke"), Helicella obvia ("Große Heideschnecke"). Die Männchen schlafen in Schneckenhäusern, und zwar auch in Gruppen von bis zu sieben Tieren.

Die Drohnen schlüpfen im Frühjahr ca. zwei Wochen vor den Weibchen (sind also proterandrisch), setzen Duftmarken an Pflanzenhalmen und patrouillieren auf der Suche nach einem frischgeschlüpften, paarungsfähigen Weibchen zwischen den Schneckenhäusern in ihrem Revieren. Im Gegensatz zu anderen Schneckenhaus-Mauerbienen drehen die Weibchen dieser Art ein gefundenes Schneckenhaus nicht und tarnen es später auch nicht. Auch sie dekorieren aber während des Brutzellenbaus ihr Schneckenhaus mit Flecken aus Pflanzenmörtel (zerkauten Pflanzenteilen), aus dem sie auch die Zellwände und den Nestverschluß mauern. In mittelgroßen Gehäusen legen die Weibchen ihre Brutzellen spiralig, also dem Gehäusegang folgend linienförmig hintereinander an, in den deutlich größeren Häusern der Weinbergschnecke auch nebeneinander. Vor der letzten (also vordersten) Brutzelle liegen eine oder mehrere Leerzellen, die die Brut vor Räubern schützen sollen, und in der Mündung des Schneckenhauses steht in unterschiedlichem Abstand zur vordersten Leerzelle der Nestverschluß.

Vorkommen / Schutz: Osmia aurulenta ist eigentlich nicht selten, aber dennoch durch ihre oberirdische Nistweise in Schneckenhäusern sehr störungsanfällig. In intensiv "gepflegten" Gärten und Grünanlagen und erst recht in der "modernen", intensiven Landwirtschaft kann sie sich nicht vermehren. Natur- und bienenfreundliche Gartenbesitzer können der Art helfen, indem sie auf ständiges Harken und Kehren verzichten und einige größere Schneckenhäuser auslegen, etwa die der Weinbergschnecke.

Osmia aurulenta, W   Osmia aurulenta, W
Osmia aurulenta , sonnenbadend · Halbtrockenrasen bei Kallmünz, 25.04.2011 (kli)   Osmia aurulenta  an Hornklee: Halbtrockenrasen bei Burglengenfeld, 04.05.2009 (kli)

Osmia aurulenta, W
Osmia aurulenta als Beute der Krabbenspinne Thomisus onustus · Kaiserstuhl, 21.05.2018

Scheckenhäuser für Osmia aurulenta   Ein Angebot für Osmia aurulenta: Das große Haus der Weinbergschnecke (Helix pomatia, im Hintergrund) bietet Raum für bis zu 12 Brutzellen, gerne angenommen werden außerdem mittelgroße Gehäuse, etwa der Gefleckten Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum) oder einer Bänderschnecke (Cepaea spec., vorne).
    Schneckenhäuser werden von dieser Mauerbiene weder gedreht noch getarnt. Die Zwischenwände, der Nestverschluß und etliche Flecken auf der Außenseite des Schneckenhauses bestehen aus zerkauten Pflanzenteilen.

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