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Seidenbienen: Colletes succinctus

Artname: Colletes succinctus (Linnaeus 1758)
Volksmund: deutsch: "Heidekraut-Seidenbiene" · englisch: "Heather Colletes" · niederländisch: " Heizijdebij"
Merkmale: Ähnlich Colletes hederae. W.: 10–12 mm; Kopf braun bepelzt, Wangen halb so breit wie Fühler, Galea glänzend; Thorax schwarz, rotbraun bepelzt; Tergite glänzendschwarz mit hellen schmalen Endbinden, 1. T. aber nur zum Thorax hin braun und seitlich weiß behaart, 2. T. mit Basalbinde. M.: 8–11 mm; ähnlich den W., aber: Wangen drei Viertel der Fühlerbreite; alle Binden vollständig, 1. T. locker behaart, 6. Sternit mit zwei Vertiefungen seitlich vor dem Endrand, 7. Sternit mit einem Kiel.
Verbreitung: Süd- & Mitteleuropa (einschließlich Großbritannien) bis Schweden & Finnland; ganz Deutschland.
Lebensraum: Sandige Böden mit großen Heidekrautbeständen.
Fortpflanzung:  Selbstgegrabene Nester in vegetationsarmen sandigen Böden; die 2–4 Brutzellen liegen 25–30 cm tief. Überwinterung als Ruhelarve.
Kuckuck: die Filzbiene Epeolus cruciger.
Nahrung,
Nestproviant:
spezialisiert auf Ericaceae, vor allem Besenheide bzw. Heidekraut (Calluna vulgaris) (oligolektisch), auch Graue Glockenheide (Erica cinerea).
Flugzeit: 1 Generation im Jahr (univoltin): August–September, M. etwas vor W. (Proterandrie).
Rote Liste: Kategorie V: Art der Vorwarnliste.
Heidekraut-Seidenbiene (Colletes succinctus), M
Die Seidenbiene Colletes succinctus · NSG Ohligser Heide, Solingen, 30.8.2008

Die seltene Seidenbiene Colletes succinctus ist eine Biotop- und Nahrungsspezialistin, da sie an Heidegebiete und die dort landschaftsprägende Blütenpflanze, das Heidekraut (Calluna vulgaris), gebunden ist. Nur sehr selten und ausnahmsweise sammelt sie hingegen im Frühherbst an Efeu oder Korbblütlern. Dr. Westrich hatte in seinem berühmten Standardwerk zum Blütenbesuch berichtet: "Eigenartigerweise besucht die Art in manchen Gebieten bisweilen auch Efeu (Hedera helix), wahrscheinlich dann, wenn keine Ericaceen mehr blühen. Mir liegen mehrere Pollenladungen vor, die ausschließlich Efeu-Pollen enthalten." Diese Aussage datiert aus einer Zeit, bevor er selbst mit dem Kollegen Konrad Schmidt 1993 die an Efeu sammelnden Seidenbienen als eine eigene, neue Art identifizierte: Colletes hederae Schmidt & Westrich. Auch wenn die Efeu-Seidenbiene im Durchschnitt größer ist als die Heidekraut-Seidenbiene, so gaben hier ausnahmsweise einmal nicht morphologische Merkmale den Anstoß zur Entdeckung einer Art, sondern die unterschiedlichen Blütenpräferenzen.
    Colletes succinctus ist mit Colletes hederae und einer weiteren sehr ähnlichen Seidenbiene, Colletes halophilus, eng verwandt. Genetische Untersuchungen von Michael Kuhlmann und drei weiteren Kollegen haben 2007 ergeben, daß die drei Arten keinen gemeinsamen Genpool haben und sich erst vor kurzer Zeit von einer gemeinsamen Ursprungsart getrennt haben. Zwar lassen die Molekulardaten eine sichere Rekonstruktion der Artentstehung nicht zu, die Tatsache aber, daß C. hederae und C. halophilus bislang nur einen Bruchteil des Verbreitungsgebietes ihrer jeweiligen Wirtspflanze (Efeu und Strandaster) bewohnen und von unzureichend angepaßten Kuckucksbienen parasitiert werden, spricht ebenfalls für eine Entstehung in jüngerer Zeit, was die Forscher Colletes succinctus als Ursprungsart vermuten läßt.

Aufgrund ihrer Bindung vor allem ans Heidekraut ist Colletes succinctus erst im Hochsommer zur Zeit der Heideblüte zu finden. Für Anfänger ist es nicht leicht, die Colletes succinctus unter Honigbienen, Hummeln, Fliegen und Schwebfliegen zu entdecken; vor allem die unruhigen kleinen Drohnen sind schwer zu identifizieren, da sie sich nur selten für ein, zwei Sekunden zum "Nachtanken" an die Heidekrautblüten setzen und noch seltener mehrere Sekunden lang auf Sitzwarten ruhen.
    Das Überleben dieser Art hängt von der Erhaltung und Pflege großer Heidegebiete ab, konkret: vom Verzicht auf Aufforstung und von der (manuellen oder zur Not maschinellen) Entfernung des Birken- und Kieferaufwuchses bzw. einer Schafbeweidung, außerdem von breiten und besonnten unverschotterten Waldwegen, in denen die Art nistet.

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Colletes succinctus auf Calluna vulgaris: das ...   erste in der Ohligser Heide · Solingen, 16.08.08

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Colletes succinctus an Heide (Calluna vulgaris)   Nektar trinkendes · Solingen, 16.08.2008

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Colletes succinctus während einer ...   ... 5-Sekunden-Pause · Solingen, 24.08.2008

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Colletes succinctus an Heide (Calluna vulgaris)   Nektar suchendes · Solingen, 24.08.2008

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Colletes succinctus auf Sitzwarte: Bald ...   ... kommen die Weibchen · Solingen, 24.08.2008

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Colletes succinctus auf Heide (Calluna vulgaris)   Frisches · Solingen, 30.08.2008

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C. succinctus an Besenheide (Calluna vulgaris)   Frisches · Ohligser Heide, Solingen, 30.08.08

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C. succinctus an Heidekraut (Calluna vulgaris)   Abfliegendes · Solingen, 30.08.2008

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Colletes succinctus auf Nektarsuche am ...   Heidekraut (Calluna vulgaris) · Solingen, 31.08.2008

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Colletes succinctus auf Sitzwarte · NSG Ohligser Heide in ...   ... Solingen, 31.08.2008

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Colletes succinctus an Besenheide zu Beginn ...   ... der Heideblüte · NSG Ohligser Heide, 09.08.2013

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C. succinctus an Besenheide (Calluna vulgaris)   · NSG Ohligser Heide in Solingen, 09.08.2013

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C. succinctus  an Besenheide (Calluna vulgaris)   · Solingen, NSG Ohligser Heide, 01.09.2016

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Colletes succinctus  an Calluna vulgaris · 1.9.16   · NSG Ohligser Heide in Solingen, 01.09.2016

Westruper Heide: Nistareal von Colletes succinctus   Westruper Heide: Nistareal von Colletes succinctus
Nistareal von Colletes succinctus in der ...   ... Westruper Heide · Haltern am See, 22.08.2017

Westruper Heide: Nistplatz von Colletes succinctus
Nesteingänge von Colletes succinctus am Wegesrand · Westruper Heide, 22.08.2017

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