Colletes:
cunicularius ·
daviesanus ·
fodiens ·
hederae ·
hylaeiformis ·
marginatus ·
similis ·
succinctus
Seidenbienen: Colletes daviesanus
| Artname: |
Colletes daviesanus Smith 1846 |
| Synonym: |
deutsch: "Gemeine Seidenbiene" |
| Merkmale: |
79 mm; schwarz mit braun bepelztem gewölbtem Thorax und deutlich hellen breiten Haarbinden an den Tergit-Endrändern des (bei Weibchen wespenartig zugespitzten) Hinterleibs; von anderen Colletes-Arten schlecht zu unterscheiden. |
| Verbreitung: |
Europa bis Schweden und Finnland; ganz Deutschland. |
| Lebensraum: |
Sand-, Kies und Lehmgruben, Sandsteinbrüche, Ruderalflächen, Steilwände & Sandsteingemäuer, Parks & Gärten; Kulturfolger (synanthrop). |
| Fortpflanzung: |
Selbstgegrabene Nester in lockeren Sand- und Vulkanggesteinen und Mörtel; große Aggregationen führten schon zu Gebäudeschäden. Überwinterung als Ruhelarve. |
| Kuckuck: |
Filzbiene Epeolus variegatus; die Fleischfliege Miltogramma punctatum. |
Nahrung, Nestproviant: |
spezialisiert auf Korbblütler (Asteracea) (oligolektisch), ab Juli vor allem Rainfarn (Tanacetum vulgare). |
| Flugzeit: |
1 Generation im Jahr (univoltin): 1. Juni-Hälfte bis Ende August. |
|
 |
Seidenbiene , vermutlich C. daviesanus |
|
Diese Seidenbiene ist noch recht häufig und die einzige, die nicht im waagerechten oder geneigten Boden, sondern grundsätzlich in Steilwänden nistet; sonst ist das nur von der sehr ähnlichen Colletes similis bekannt. C. daviesanus ist deshalb auch an Mauern und künstlichen Nistwänden aus Lehm und Ton zu beobachten, wo ihre Nester an den seidig schimmernden, ca. 15 mm hinter die Öffnung zurückgesetzten Verschlüssen zu erkennen sind. Da sie ihre Nistgänge, wenn nötig, in feinkörnigem, wenig festem Gestein selbst gräbt, gehört diese Biene zu den wenigen Insekten, die bei massenhaftem Auftreten Gebäudeschäden verursachen können, was in früheren Zeiten tatsächlich schon vorgekommen ist.
Colletes daviesanus ist von anderen, ähnlichen Seidenbienen schwer zu unterscheiden – man muß schon ganz genau hinschauen:
- Colletes daviesanus: Thorax-Behaarung schütterer als bei den folgenden Arten (das Mesonotum schimmert deutlich durch) und eher graubraun; 1. Tergit weit und fein gepunktet mit glänzenden Zwischenräumen.
- Colletes similis: Thorax-Behaarung dichter als bei Colletes daviesanus und eher rötlichbraun; 1. Tergit dicht grob punktiert.
- Colletes fodiens: etwas größer als die vorgenannten Arten; Thorax-Behaarung dicht und rötlichbraun; 1. Tergit dicht grob punktiert und lang behaart; 2. Tergit noch dichter punktiert; auffällig breite Hinterleibs-Endbinden.
 |
|
Colletes daviesanus gräbt sich ihre Nester nicht unbedingt selbst, sie besiedelt auch Nistziegel.
Ihre cellophanartig schimmernden Nestverschlüsse liegen ca. 1,5 Zentimeter hinter der Mündung eines Nistgangs. Man erkennt sie erst, wenn man sie anleuchtet und senkrecht in die Niströhren blickt. |
Die Niströhren sind zur Morgensonne hin ausgerichtet. Die geraden, manchmal leicht gebogenen Nester sind 57 mm weit und bis zu 15 mm lang und gabeln sich oft am Ende. Darin finden sich 26, manchmal bis 19 tütenförmig verschachtelte Brutzellen, die mit einem Sekret cellophanartig ausgekleidet sind. Die Bienen überwintert als Ruhelarve: Sie können ihre Entwicklung im Frühling des Folgejahres abschließen, da sie erst im Juni ausfliegen. Nester werden in der Regel mindestens zweimal hintereinander benutzt.
Colletes daviesanus ist auf Korbblütler (Asteracea) spezialisiert: Färber-Kamille (Anthemis tinctoria), Kamille (Tripleurospermum inodorum), Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium), Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea), Strohblumen (Helichrysum spec.) etc. In der zweiten Hälfte ihrer Flugzeit (JuliAugust) ist ihre Hauptnektarquelle der Rainfarn (Tanacetum vulgare), auf dem sie dann leicht zu finden ist. Allerdings kann sie dort auch mit drei ganz ähnlichen Arten verwechselt werden: Colletes fodiens (Sandgebiete, stark gefährdet) und Colletes similis (Trockengebiete, gefährdet).
 |
|
 |
| Die Schönheit dieser nur mittelgroßen Bienen ... |
|
... erschließt sich erst durch eine Nahaufnahme! |
 |
|
 |
| Seidenbienen laufen unermüdlich über die Rainfarn-Körbchen, ... |
|
... Pollen sammelnd · Solingen, 17.07.2005 |
Auch die Paarungen finden auf Blüten statt und sind stürmisch und kurz: Die Drohnen testen zunächst die Weibchen, indem sie sie immer wieder beim Pollensammeln anfliegen. Irgendwann sind die Weibchen bereit und wehren sie Luftattacken nicht mehr ab: Es kommt zur Paarung, die eine Minute dauern kann. Allerdings bleibt das Paar selten allein: Meist versuchen auch andere Männchen ihr Glück. Wenn die Kopula noch nicht zustandegekommen ist, kommt es häufig zu einer kurzen, wilden Balgerei mehrerer Männchen, die gar nicht merken, daß das Weibchen sich längst aus dem Knäuel herausgewunden und abgeflogen ist ...
 |
|
 |
| Seidenbienen-Paarung auf Rainfarn: |
|
Man beachte auch die Thorax-Färbung! · Solingen, 24.07.2005 |
 |
|
 |
| Leider bleiben zwei Seidenbienen bei der Paarung selten alleine: |
|
Bewerber gibt's meist viele, unten gar drei! |
 |
|
 |
| Irgendwann geben die anderen Männchen auf, ... |
|
... und es ist geschafft! |
 |
|
 |