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Blattschneiderbienen: Megachile nigriventris

Artname: Megachile nigriventris Schenck 1870
Synonym: deutsch: "Schwarzbäuchige Blattschneiderbiene"
Merkmale: 12–16 mm, Weibchen: gelbbraune Behaarung von Thorax und Tergiten 1–2, fehlende Tergit-Endbinden und scharzgefärbte Bauchbürste, dadurch gut von anderen Megachile-Arten unterscheidbar; Drohnen ähnlich anderen Arten.
Verbreitung: Gebirge Mitteleuropas (bis 2000 m) & Nordeuropa; nicht Norddeutschland.
Lebensraum: Waldränder & -lichtungen, Steinbrüche, Dorf- & Stadtränder, sofern Totholz vorhanden ist.
Fortpflanzung: selbstgenagte Gänge in morschem Weichholz (Baumstümpfe & Äste, alte Balken & Pfosten); gelegentlich kommunale Nistweise (Wildbienen allgemein --> Sozialverhalten Sozialverhalten). Überwinterung als Ruhelarve im Kokon.
Kuckuck: Kegelbiene Coelioxys elongata und C. lanceolata (Alpenraum)
Nahrung: vermutlich spezialisiert auf Schmetterlingsblütler (Fabaceae) (oligolektisch).
Flugzeit: 1 Generation im Jahr (univoltin); Juni bis August.
Blattschneiderbiene Megachile nigriventris
Die Blattschneiderbiene Megachile nigriventris Weibchen · Anfang Juni 2005, Nähe Stuttgart (end)

M. nigriventris  

Die Weibchen von Megachile nigriventris sind durch ihren namengebenden schwarzen Bauch unverwechselbar. Die Art meidet im deutschsprachigen Raum das Tiefland, besiedelt hier also nur Mittel- und Hochgebirge.

Die Schwarzbäuchige Blattschneiderbiene gehört zu den wenigen Bienenarten, die im morschen Holz von Baumstrünken bohren und daher auch in alte und gegen Feuchtigkeit ungeschützte, verwitterte Holzkonstruktionen eindringen können. Zwar nistet die Art im Prinzip solitär, manchmal jedoch nutzen mehrere Weibchen dasselbe Flugloch, was vielleicht einem Kuckuck (der Kegelbiene Coelioxys lanceolata oder C. elongata) das Eindringen erschwert.

Zum Bau ihrer Brutzellen sucht die Biene im Umkreis von bis zu 100 m Laubblätter, die sie wie einen Sattel gebogen fliegend zwischen den Beinen transportiert. Beim Bau der Brutzellen werden nur die innersten Blattschichten miteinander verklebt. Bis zu 15 Zellen werden in den Nistgängen aneinandergereiht.

Megachile nigriventris ist selten und stand bis 1998–2008 sogar auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Der Grund ist nicht schwer zu verstehen:

  1. Morsches Holz kommt in unseren "gepflegten" Wäldern, in Siedlungsnähe und in der Landwirtschaft immer seltener vor, da es aus ästhetischen oder vermeintlichen "Hygiene"-Gründen meist vernichtet wird.
  2. Schmetterlingsblütler wie Hornklee, Zaun-Wicke, Platterbsen, Klee, Luzerne etc. kommen in der intensiven Landwirtschaft wie auch in Parks und Gärten auch nicht gerade häufig vor.
  3. Überleben kann diese Bienenart aber nur dort, wo beide Faktoren – also altes, morsches Totholz und die richtigen Trachtpflanzen) gleichzeitig vorkommen.
M. nigriventris   M. nigriventris
Die Blattschneiderbiene M. nigriventris ...   ... beim Eintragen eines Laubblattes · Anfang Juni 2005

M. nigriventris   M. nigriventris
Das Blatt sieht aus wie ein fliegender Sattel   M. nigriventris Weibchen, Flugaufnahme (Alle Fotos: end)

Der Fotograf schreibt zu seinen Fotos: "Bei dem Nistplatz handelt es sich um einen Querbalken einer ca. 15 Jahre alten Holzpergola. An diesem Balken gibt es starke und tiefe Risse im Holz, so daß bei Regen Wasser in diese Spalten eindringen konnte und kann. Ich gehe davon aus, daß dieser Balken von innen heraus langsam morscht. Die Bienen haben dann wahrscheinlich diesen Hohlraum gesäubert bzw. erweitert. Meine letzte Beobachtung war, daß ein Teil dieser Spalten nun mit dem Sägemehl ausgefüllt (verklebt?) ist. Die Pergola befindet sich auf der Südseite eines Reiheneckhauses am Stadtrand, in der Umgebung finden sich Bäume und Gärten mit der in Deutschland (leider) üblichen Bepflanzung. Die Blattabschnitte haben sich die Bienen von einer in ca. 3 m Entfernung stehenden Buche geholt."

Filmrand oben
Megachile nigriventris
Filmrand unten
Megachile nigriventris Weibchen: spannende Beobachtungen am Nistplatz; rechts: M. willughbiella mit Pollen · (end)


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