Xylocopa Xylocopa violacea violacea


Holzbienen: Xylocopa violacea Große Fotos

Artname: Xylocopa violacea (Christ 1791)
Synonym: deutsch: "Blaue Holzbiene", "Große Holzbiene"
Merkmale: ca. 20–23 mm; Abdomen reinschwarz, Thorax und Flügel blauscharz. Weibchen im Feld nicht von X. valga (Österreich & Schweiz) zu unterscheiden, Drohne durch leicht geknickte braunrot gebänderte Fühlerenden zu erkennen.
Verbreitung: Süd- & Mitteleuropa, in Deutschland bis in die Flußtäler Nordrhein-Westfalens, unter 500 m; selten.
Lebensraum: Warme trockene Landschaften, im Siedlungsbereich Streuobstwiesen, Parks & Gärten, sofern ausreichend Totholz zur Verfügung steht.
Fortpflanzung:  nistet ab Ende Mai in mürbem Totholz (Stämme & Äste, alte Pfähle, Balken etc.) in selbstgenagten Liniengängen
Kuckuck: keiner
Nahrung: unspezialisiert (polylektisch); bevorzugt Schmetterlings- (Fabaceae) und Lippenblütler (Lamiaceae), Korbblütler (Asteraceae) und Rauhblattgewächse (Boraginaceae).
Flugzeit: 1 Generation im Jahr (univoltin): April–August.
Rote Liste: Kategorie V: Art der Vorwarnliste
Holzbiene: Xylocopa violacea, M
Xylocopa violacea auf einer Baumscheibe · 63110 Rodgau-Jügesheim, 2004 (rei)

Die "Blaue Holzbiene" ist auch in den wärmeren Regionen Deutschlands durchaus verbreitet und fehlt nur im kühlen Norden, sie ist jedoch in der Regel nur vereinzelt zu finden und wird vermutlich meist für eine Hummel gehalten. Auch eine Verwechslung mit der seltenen, bis 18 mm langen und ebenfalls völlig schwarzen Mörtelbiene Megachile parietina ist nicht ausgeschlossen, die allerdings braunschwarze Flügel und eine Bauchbürste hat (Holzbienen sammeln ihren Pollen in Bürsten an Hinterschiene und -ferse) und ihre Freinester an Steinen und Felsen mörtelt.
    Der Grund für die Seltenheit der Holzbiene liegt vor allem in der Seltenheit bzw. unnötigen Vernichtung geeigneter Nistplätze in sonnigen Lagen: Immer noch wird Totholz in der Waldwirtschaft, in Parks und Gärten aus "guten" Gründen vernichtet: Mal gilt es auch an Waldrändern, den Borkenkäfer zu bekämpfen, mal muß Platz für neue Bäume geschaffen werden, und häufig ist es schlicht der menschliche Ordnungssinn, der es für ganz selbstverständlich erachtet, daß tote Stämme unnütze Stämme sind und zu fällen und bestenfalls noch als Brennholz brauchbar sind. Die Natur wird so allerdings in Unordnung gebracht.

Der Schutz unserer Holzbienen beginnt also mit dem Schutz des Totholzes unserer Gärten, Streuobstwiesen und Parks. Da diese meist sehr aufgeräumt sind, empfiehlt sich als weitere Schutzmaßnahme das Aufstellen oder Aufhängen toter Baumstämme und Äste: An Orten hoher Bodennässe sollte man Baumstämme auf einer Steinplatte aufgestellen, die den Bodenkontakt verhindert, und sicher mit Draht anbinden; ein Abdeckplatte schützt die obere Schnittstelle. Auf trockenem, porösem Boden kann man Baumstücke auch auslegen. Äste sollten schräg an Bäume gebunden werden. Wenn in der Nähe unsere heimische Flora bis in den Hochsommer hinein blüht, hat die Holzbiene eine Chance ...

Nicht verschwiegen werden soll, daß dieser seltene Gast auch ein Ärgernis werden kann. Eine Leserin schrieb: "Wir haben in unserem Hof eine seltsame Hummel beobachtet (inzwischen sind es mehrere), sie ist cirka 2 cm groß, schwarz und bohrt wie ein Holzwurm etwa 1,5 cm dicke Löcher in unsere Fachwerkbalken – wie mit einem Bohrer, es ist fast nicht zu glauben; es fällt richtiges Sägemehl heraus, und das nicht wenig. Bitte, was ist das für eine Hummel? Was können wir dagegen tun?"
    Altes Holz, das durch den natürlichen Alterungsprozeß mürbe wird, ist natürlich auch ein möglicher Nistplatz für Holzbienen. Ein Befall ist ein Indikator für das Altern. Man kann der Verwitterung und zugleich dem Befall vorbeugen, indem man unbehandeltes bzw. angewittertes Holz mit Lasuren oder Lacken streicht und Verletzungen der Holzoberfläche (Nagellöcher, Sägeschnitte) vermeidet, da die Bienen dort gerne ansetzen. Haben sie ihr Werk schon begonnen, kann man das Holz abdecken und die Baumeisterinnen auf bzw. in große alte Obstbaum- oder Balkenstücke lenken, die man als Nistklötze ganz in der Nähe aufhängt.

Xylocopa violacea, M   Xylocopa violacea, M
Xylocopa violacea Männchen an einer Junkerlilie (Asphodeline lutea), einer 40–120 cm hohen Pflanze aus dem Mittelmeerraum   Fundort: Schwalheim (Bad Nauheim im Wetteraukreis), 01.06.2005 (eck)

Xylocopa violacea, M   Der Fotograf schreibt zum Fundort dieser thermophilen Bienenart, nämlich seinem Garten:
"Schwalheim gehört zur Stadt Bad Nauheim im Wetteraukreis (Kreisstadt Friedberg). Die Wetterau ist sozusagen das nördliche Ende des Oberrheingrabens. Westlich wird die Wetterau begrenzt vom Taunus, einem alten Quarzitgebirge nordöstlich vom Vogelsberg einem tertiären Schildvulkan, und östlich von den Ausläufern des Spessart (wesentlich Buntsandstein). Die Wetterau liegt klimatisch sehr günstig, hat einen Lößlehm- bzw. Basaltverwitterungsboden und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Es gibt wenig Wald. Allerdings gibt es eine Reihe von Bach-Tälern die, aus dem Vogelsberg kommend, z. T. Feuchtbiotope sind, mit extensiv genutzten Wiesen und Baumbestand and den Bachufern."

Xylocopa violacea, M.   Xylocopa violacea, M.
Die Zunderpilze sind das Nistsubstrat für Xylocopa violacea. Ort: Jockgrim, Rheinland Pfalz (geb)   X. violacea an einem Holzbalken; 02.05.2005 (geb)

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Nisteingang von Xylocopa violacea im Zunderpilz; Jockgrim, 05.05.2005   05.05.2005 (Alle Fotos: geb)

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Dieser Nesteingang wurde mit Styropor-schnipseln verschlossen; Jockgrim, 05.05.2005   Xylocopa violacea bei der Arbeit; 20.05.2005

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Xylocopa violacea Männchen im Anflug auf eine Riesenflockenblume (Centaurea macrocephala)   Jockgrim in Rheinland Pfalz, 12.06.2005 (geb)

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Xylocopa violacea Männchen auf der Suche nach einem ...   ... Winterquartier · Solingen, 23.10.2008

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Xylocopa violacea Männchen mit blauschillerden Flügeln   Am Gitter einer Nisthilfe · Solingen, 23.10.2008

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Holzbienen können zwar stechen – aber warum ...   ... sollten sie es tun? · Solingen, 23.10.2008

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Xylocopa violacea Männchen an einer Junkerlilie im Größenvergleich zu einer Honigbiene · 24.05.2009   Xylocopa violacea Männchen Junkerlilie (Gelber Affodil, Asphodeline lutea) · Botanischer Garten Bonn

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Xylocopa violacea Männchen Große Fotos an Asphodeline lutea   Xylocopa violacea Männchen Große Fotos · Bonn, 24.05.2009

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Xylocopa violacea Männchen Große Fotos an Asphodeline lutea   Xylocopa violacea Männchen Große Fotos · Bonn, 24.05.2009


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