Chelostoma Chelostoma campanularum campanularum · Chelostoma florisomne florisomne · Chelostoma fugilinosum -> rapunculi rapunculi


Scherenbienen: Chelostoma rapunculi

Artname: Chelostoma rapunculi (Lepeletier 1841)
Synonym: Ch. fuliginosum (Panzer 1798), Chelostoma nigricorne (Nylander 1848)
Merkmale: W.: 8–9 mm lang; Grundfarbe schwarz mit spärlicher gräulicher und beiger Behaarung, Abdomen mit weißen Binden; insofern Ch. florisomne sehr ähnlich, aber: kurze Oberkiefer, fehlende Kopfschildlamelle. M.: 9–10 mm; stärkere, gelbbraune Behaarung; Endtergit mittig vertieft und in drei breiten, geraden Ausbuchtungen endend.
Verbreitung: Ganz Europa außer dem hohen Norden, in den Alpen bis 2000 m; ganz Deutschland
Lebensraum: Waldränder & -lichtungen, Streuobstwiesen, Siedlungen.
Fortpflanzung:  Nester in Totholz aller Art und Halmen.
Kuckuck: möglicherweise Stelis breviuscula, was Westrich (1990) bezweifelt.
Nahrung: spezialisiert auf Glockenblumen (Campanula) (oligolektisch).
Flugzeit: 1 Generation im Jahr (univoltin): Anfang Juni–Ende August, vor allem Juli bis Mitte August.
Scherenbiene Chelostoma fugilinosum, M.
Chelostoma rapunculi Männchen in einer Blüte schlafend · Solingen, 10.06.2005

Die Scherenbiene Chelostoma rapunculi ähnelt stark Chelostoma florisomne und weist eine ganz ähnliche Lebensweise auf: Die linearen Nestbauten in Fraßgängen, Schilfröhrchen etc. enthalten bis zu sechs Brutzellen, und in den noch weichen Mörtel aus Lehm oder Sand und Nektar und evtl. Speichel setzt die Baumeisterin gut sichtbar kleine Steinchen.
    Der Hauptunterschied zu Chelostoma florisomne besteht in der Nahrungsspezialisierung: Chelostoma rapunculi ernährt sich und ihre Brut ausschließlich von Glockenblumen-Pollen und -Nektar: Campanula rotundifolia, C. trachelium, C. persicifolia, C. glomerata, C. poscharskyana, C. isophylla. Diese Abhängigkeit läßt die Art in der heutigen Agrarlandschaft zumindest lokal gefährdet erscheinen.

Im Garten und auf dem Balkon läßt sich diese späte Art ebenso gut ansiedeln wie Ch. florisomne – es müssen nur Glockenblumenbestände in der Nähe sein ...

Chlostoma rapunculi, W.   Chlostoma rapunculi, W.   Chlostoma rapunculi, W.
C. rapunculi Weibchen und eine kleine Spinne zwei Stockwerke höher   Die Spinne interessiert sich nun für ein anderes Loch nebenan ...   ... und unsere Scherenbiene auch!
Solingen, 14.06.2005


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