Ceratina Ceratina cucurbitina cucurbitina


Keulhornbienen: Ceratina cucurbitina

Artname: Ceratina cucurbitina (Rossi 1792)
Synonym: deutsch: "Schwarzglänzende Keulhornbiene"
Merkmale: 6–9 mm; Kopf mit kurzen Keulen-ähnlichen Fühlern, dickes unterseits flaches, aber oberseits gewölbtes Abdomen; aufgrund ihres nicht metallisch glänzenden pechschwarzen Körpers gut von C. callosa und C. cyanea unterscheidbar.
Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa; ganz Deutschland, bis 500 m.
Lebensraum: trockenwarme Ruderalflächen, Brachen, Waldränder, Binnendünen, auch Siedlungsbereich, sofern markhaltige Stengel Nistmöglichkeiten bieten.
Fortpflanzung: selbstgegrabene tiefe Hohlräume in markhaltigen Stengeln und Zweigen von Disteln, Königskerzen, Buschmalve, Beifuß, Brombeere, Holunder etc. Überwinterung als unverpaarte Imagines, die von Juni bis in den Hochsommer nisten.
Kuckuck: keine Kuckucksbiene bekannt.
Nahrung: unspezialisiert (polylektisch): Pollen von 4 Pflanzenfamilien: Rauhblattgewächse (Boraginaceae), Glockenblumengew. (Campanulaceae), Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und Rosengew. (Rosaceae).
Flugzeit: 1 Generation im Jahr (univoltin); Ende Mai bis Herbst.
Keulhornbiene Ceratina cucurbitina
Die Keulhornbiene Ceratina cucurbitina Weibchen an Echium vulgare · Bonn, 29.06.2008

Ceratina cucurbitina ist von den seltenen Keulhornbienen noch die häufigste – vielleicht deshalb, weil sie auch dünnere Stengel und Zweige als ihre Gattungsgenossen annimmt. Durch ihren pechschwarzen Körper ist sie gut von C. chalybea und C. cyanea zu unterscheiden, die beide metallisch blaugrün glänzen und ihre Winterverstecke früher (April) verlassen. Die Nistaktivitäten von C. cucurbitina dauern bis in den Spätsommer. Während des Sommers bereits schlüpft der Nachwuchs beiderlei Geschlechts und zieht sich einzeln oder in Schlafgemeinschaften zur Winterruhe in ausgenagte Stengel zurück.

Ceratina cucurbitina, W.   Ceratina cucurbitina, W.
Die Keulhornbiene Ceratina cucurbitina Weibchen an ...   ... Echium vulgare · Bonn, 29.06.2008

Der Schutz dieser Bienenart setzt die Bereitschaft voraus, vor allem Ruderalflächen und Brachen zu dulden und ihren Aufwuchs zu schonen: Die abgestorbenen Stengel und Zweige von Disteln (Carduus, Onopordum), Königskerzen Verbascum), Buschmalve (Lavatera), Beifuß (Artemisia vulgaris), Brombeere (Rubus fructicosus), Holunder (Sambucus) etc. sind die "Kinderstuben" des Bienennachwuchses. Wird diese tote Vegetation im Herbst oder Frühjahr verbrannt oder kompostiert, waren die wochenlangen Nistaktivitäten der Bienenart umsonst, und sie stirbt lokal aus.
    Wer der Art in seinem Naturgarten Nisthilfen anbieten möchte, sollte markhaltige Stengel einzeln senkrecht oder leicht schräg an einen Zaun binden und die Spitzen abbrechen oder abschneiden, da sich Keulhornbienen nicht durch die Stengelwand beißen können.


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