Dunkle Erdhummel – Bombus terrestris

Bombus terrestris, W Nr   Bombus terrestris, W Nr
Bombus terrestris, W Nr an Lamium maculatum; Salzburg, Elixhausen (Die Königin beißt die Blumenkronröhre unterhalb der Lippe an.) (neu)   Bombus terrestris, W an
Allium sphaerocephalon (Kugel-Lauch)

Rechts: Eine Königin auf ihrem Nest; Salzburg, Elixhausen (neu)   Bombus terrestris, Nest
Unten: Männchen an Helianthus annuus; Salzburg, Elixhausen, Sept 2003 (neu)
Bombus terrestris, M

Die Dunkle Erdhummel gehört zu den auffälligsten, größten und häufigsten Hummelarten: Sie ist ein Generalist, der sich in fast allen Landschaften einschießlich unserer Gärten wohlfühlt und daher den meisten Menschen im deutschsprachigen Raum zumindest vom Sehen bekannt – und sie wird heute von Island bis Neuseeland für landwirtschaftliche Zwecke eingesetzt.

Bezeichnung: Bombus terrestris (Linnaeus 1758)
Deutsch: "Dunkle Erdhummel"
Merkmale: Länge: W: 20–23 mm, A.: 11–17 mm, M.: 14–16 mm
Flügelspannweite: W.: 38–43 mm, A.: 22–34 mm, M.: 30–33 mm
Rüssel: sehr kurz: W.: 9–10 mm, A.: 8–9 mm, M.: ca. 8 mm
Kopf: sehr kurz
Volkgröße: 100–600 Tiere, in südlichen Gebieten selten auch mehr
Färbung:
  • Zwei schmale dunkelgelbe Querbinden auf dem kopfnahen Thorax und auf dem 2. Tergiten unterscheiden die Art von der Hellen Erdhummel (B. lucorum) mit ihren beiden zitronengelben Querbinden und der Kryptarum-Erdhummel (B. cryptarum) sowie der Großen Erdhummel (B. magnus), beide mit goldgelben Querbinden;
  • die Querbinde auf dem Thorax endet schon am Flügelansatz — bei B. cryptarum und B. magnus reicht sie tiefer hinunter;
  • bei manchen Individuen fehlt die Querbinde des Thorax fast oder ganz;
  • die letzten beiden Tergiten (5 + 6) sind grauweiß.
  • Der Drohn hat eine breite Querbinde auf dem kopfnahen Thorax.
Verbreitung: Ganz Europa, ganz Deutschland
Lebensräume: Fast alle (Ubiquist), auch Gärten und Parkanlagen; nur dichte Wälder werden gemieden.
Fortpflanzung: Meist unterirdische, bis zu 1,5 m tiefe Nester, bes. in Mäuseburgen und Maulwurfsgängen; gelegentlich auch in Hohlräumen nahe der Erdoberfläche: in Mauerlöchern, unter Dielen – und in Hummelkästen, deren Fluglöcher B. terrestris selbständig entdeckt! Nestbezieher; Pollenstorer
Kuckuck: Keusche Kuckuckshummel (Psithyrus vestalis)
Nahrung: Viele Pflanzenfamilien (polylektisch)
Flugzeit: Eine Generation im Jahr (univoltin): überwinterte W.: ab Mitte März; Jung-W. & M.: ab Mitte Juli
Anmerkung: Etliche Taxonomen nehmen einen sogenannten terrestris-lucorum-Komplex an, dem vier von anderen Autoren als eigenständig betrachtete Arten angehören: Bombus terrestris, B. lucorum, B. magnus und B. cryptarum. Biochemische und genetische Untersuchungen werden diese Frage künftig klären helfen. Im Nestbereich ist B. terrestris reizbar.

Peter Frank Rösler hat 1967 bei seinen Untersuchungen zur Entwicklung der Dunklen Erdhummel (B. terrestris) folgende Durchschnittswerte ermittelt (Laborhaltung bei 30°C, Angaben in Tagen):  
StadiumArbeiterinKöniginDrohn
Ei3,53,53,5
Larve7,310,510,0
Puppe9,413,211,0
Gesamtdauer20,227,224,5

Bombus terrestris, Nest
Die im Juni geschlüpften Jungköniginnen sind deutlich größer als die Arbeiterinnen, deren gelbe Binden heller, weil durch das Sonnenlicht verblaßt sind. Dieses Nest ist stark von Wachsmottenraupen befallen.

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