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Hummeln (Bombus, Psithyrus)

Wildbienen
(außer Hummeln)
 Wildbienen (außer Hummeln)

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Die Steinhummel, "Insekt des Jahres" 2005
Die Steinhummel, "Insekt des Jahres" 2005

In seinem Fernsehfilm Das Leben der Hummeln (1989) kommentiert Heinz Sielmann, der bekannte Biologe, Tierfilmer und Publizist: "Drei Viertel aller Blütenpflanzen werden von Hummeln, Bienen und Wespen bestäubt. Von den rund 36 einheimischen Hummelarten sind etwa 20 auch an der Bestäubung von Nutzpflanzen im Land- und Gartenbau beteiligt. Einige Pflanzenarten werden fast ausschließlich von Hummeln bestäubt: Klee, Lupinen, Wicken und Erbsen und Bohnen zum Beispiel. An kalten und feuchten Frühlingstagen, wenn weder Bienen noch andere Insekten ausfliegen, sind es die Hummeln, die immer noch die Blüten bestäuben. Ohne sie würde die Obsternte in manchen Jahren dürftig ausfallen.
    Hummeln sind auch viel emsiger als Honigbienen: Bis zu 1000 Blüten besucht eine Hummel am Tag. Allein 500 Blüten muß sie aufsuchen, um ihren Eigenbedarf von 1/10 g Nektar zu decken. Das ist 1/6 ihres Eigengewichtes von 0,6 Gramm."

Weil Hummeln unter den Wildbienen am unempfindlichsten gegen Kälte sind, finden wir ihre Königinnen bereits im zeitigen Frühjahr, manchmal schon im Februar, auf der Suche nach den ersten Blüten und bald darauf einer Nisthöhle. Honig erzeugen Hummeln nicht, sie lassen sich also nicht für die Honiggewinnung einsetzen, wohl aber in der Landwirtschaft für die gezielte Bestäubung von Futterpflanzen, Obstbäumen und sogar von Nutzpflanzen in Gewächshäusern. Viele Blüten können überhaupt nur durch die großen und kräftigen Hummeln bestäubt werden. Deshalb und wegen ihrer großen Friedfertigkeit haben sie bei den meisten Menschen einen viel besseren Ruf als etwa die Wespen (einschließlich der Hornissen) und jene Bienenarten (z. B. Pelzbienen), die der Laie leicht mit diesen verwechselt.

Übrigens: Da Hummeln ebenso Bienen sind wie alle anderen Bienenarten, ist es natürlich Unsinn, von "Bienen und Hummeln" zu sprechen. Zwar unterscheiden sie sich von den Solitärbienen durch ihre soziale, staatenbildende Lebensweise, diese aber haben sie mit den Honigbienen und auch etlichen Furchenbienen gemeinesam.


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