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1. Lehmwände in Fachwerk & Mauern

Alte Fachwerk-Wände und lehmverputzter Mauern prägten jahrhundertelang das Bild bäuerlicher Siedlungen und waren sekundäre Nisthabitate Steilwand-bewohnender Bienen und Wespen. Ihr Nachbau setzt alte Bautraditionen fort, ist aber für den Bienenschutz nur bedingt geeignet:

A. Fachwerk-Wände

Wie die Fachwerkbauten früherer Zeiten hergestellt wurden, kann man immer dann studieren, wenn nach Jahrzehnten der weiße Putz abblättert und große Lehmbrocken aus den Gefachen gefallen sind: Zwischen den Balken stehen kräftige Stöcke bzw. Buchen-Schößlinge, und um diese herum wurden Weidenruten geflochten, die den mit gehäckseltem Stroh versetzten Lehm so lange Zeit sicher gehalten haben.
    Mit etwas Geschick läßt sich ein solches Gefach als Bienennistwand nachbauen und gegen Regen schützen! Der Bau ist jedoch recht aufwendig, und das Gefach verbirgt den Charme traditioneller Handwerkskunst in seinem Inneren vor dem Betrachter. Außerdem ist es erst sehr langfristig uneingeschränkt "bienentauglich": wenn nämlich das Stroh mürbe ist und die ehemals intakte glatte Fläche auch an äußerer Schönheit eingebüßt hat. Ein Lehmgefach als Bienenwand sollte daher eigentlich nur zu Demo-Zwecken erwogen werden und dann am besten mit den typischen schwarzen Balken als Rahmen.
  Gefach eines alten Fachwerkhauses

  Fachwerkwand

Die tragenden Elemente einer imitierten Fachwerk-Wand sind links und rechts zwei mächtige Baumstammstücke oder jeweils zwei dünnere Hartholzpfosten (s. Foto). Die Lehmwand ruht entweder in einigem Abstand über dem Boden auf einem weiteren, waagerechten Balken (s. Foto) oder auf einer zweireihigen Mauer aus Natur- oder Hohlblocksteinen; oben wird sie von einem Abschlußbalken und einem schrägen Flach- oder einem Satteldach begrenzt.

Bauanleitung:

Eine solche Lehmwand kann natürlich beliebig zu einer großen Nistanlage erweitert werden:

B. Steinmauern & -wände

  Pelzbienenwand neben einer Haustür: Unten gebrannte, oben ungebrannte Lehmziegel

Der Bau einer lehmverputzten Mauer ist relativ einfach: Das Fundament wird als Wassersperre konventionell gegossen oder aus Ziegel- oder Natursteinen und Zementmörtel gemauert, und auch die ersten beiden Steinreihen auf dem Fundament sollte man gegen aufsteigende Nässe noch mit Zementmörtel mauern. Die eigentliche Nistwand hingegen wird nur mit Lehm gemauert, als Steine kommen gebrannte und ungebrannte Lehmziegel oder gleichmäßig flache Natursteine in Frage. Zwischen Natursteinen oder gebrannten Ziegeln sollten die Lehmfugen besonders dick sein, um ausreichend Nistplatz zu schaffen. Da eine solche Mauer nicht so stabil ist wie eine Betonmauer, sollte man sie entweder deutlich breiter (tiefer) als üblich bauen oder einfach vor einer vorhandenen Beton- oder Ziegelsteinmauer hochziehen. Auch eine gestützte Trockenmauer muß jedoch tiefer sein als eine Ziegelsteinbreite, damit Pelzbienen tief genug graben können. Als Starthilfen bohrt man 8 mm breite und gut 2 cm tiefe Löcher in den ausgehärteten Lehmmörtel und die ungebrannten Lehmsteine.
    Falls das überstehende Dach der Stützmauer nicht ausreicht, um die Trockenmauer gegen Regen abzuschirmen, benötigt diese ein eigenes Dach: Das kann eine Reihe überstehender Steinplatten sein, eine mit Dachpappe beklebte Holzplatte oder einfach ein großes Stück Acrylglas (Plexiglas), das den zusätzlichen Vorteil hat, die Bienenmauer nicht zu beschatten.

C. Nutzen

Beide Modelle können, wenn sie gut realisiert sind, sehr gut aussehen. Das Fachwerk-Modell hat jedoch, wie schon angedeutet, einen Nachteil: Alte Fachwerkhäuser sind gerade deshalb Wildbienen-Paradiese, weil sie so alt sind. Trotz der empfohlenen Initialbohrungen für Pelzbienen nehmen diese eine neue Fachwerkwand nur zögerlich an, da das frische Stroh und Flechtwerk sie beim Graben behindern. Eine lehmverputzte Ziegelwand ist also viel erfolgversprechender – ebenso wie eine Lehmwand aus Hohlsteine Hohlsteinen oder Holzkästen Holzkästen!

Pelzbienenwand aus Lehzmziegeln und Lehmmörtel
Pelzbienenwand aus Lehzmziegeln und Lehmmörtel: ein Pelzbienenparadies!

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