Insekten-Nisthilfen gibt es auch zu kaufen etwa die tönernen "Hotels zur wilden Biene" von Fockenberg, die Holzbeton-Nistblöcke von Hasselfeldt, die mit Pappröhrchen bestückten Bienenhotels von Kornmilch oder die Sonderanfertigungen von R. Hoppe in Solingen; die für ihre guten Vogelschutzartikel bekannte Firma Schwegler in Schorndorf produziert für Wild- bzw. Solitärbienen gleich fünf verschiedene Typen mehr als alle anderen Anbieter.
Nistblöcke müssen aus Hartholz sein, weil grobfaseriges Weichholz bei Feuchtigkeit quellen und die Larven so leicht zerdrücken kann. Schwegler bietet einen solchen Hartholzblock mit Bohrungen unterschiedlicher Durchmesser an: sauber verarbeitet und mit Bügel, aber ohne Dach und mit rund 25 € zu teuer. Für drei Nisthölzer bekommt man schon eine Bohrmaschine, Hartholzblöcke gibt's bei der Kommune oft umsonst und eine
Bauanleitung auf dieser Website ...
Holz und hohle Stengel belegen übrigens in der Beliebtheitsskala vieler Hautflügler den ersten Platz. Es folgen Nisthilfen aus Ton und auf dem dritten Patz solche aus Holzbeton.
Der Klassiker unter den Nisthilfen für Hautflügler ist das "Hotel Zur Wilden Biene" von V. Fockenberg: ein gelochter Nist-Ziegel aus gebranntem, atmungsaktivem Ton, der mittlerweile in Tausenden deutscher Gärten hängt und solitären Hautflüglern ein Zuhause bietet. Er fault nicht, bietet Schutz vor Spechten und ist das Ergebnis achtjähriger Tüftelei: Der getrocknete Tonblock wird nach wochenlanger Trocknung bei 996° Celsius gebrannt (überwiegend mit Energie aus einem eigenen Sonnenkraftwerk), so daß er einerseits seine für hohe Temperaturen typische dekorativ rote Ziegelfarbe erhält, andererseits aber nicht schmilzt bzw. glasiert, was die für Larven nötige Atmungsaktivität verhindern würde. Die Bienensteine sind in den Farben "Terrakotta" und "Sand" erhältlich. Abmessungen: ca. 25 x 12,5 x 7 cm (HxBxT); Gewicht: ca. 3,5 kg; Preis: 17,50 €.
Kaum zu glauben: In jedem Niststein befinden sich 180 Nestgänge, die mit Gangweiten von 2 bis 11 mm den Nestschemata aller hier nistenden Arten entsprechen. Rechnet man pro belegtem Nistgang bis zu vier Brutzellen, so können aus nur einem Niststein im Frühling und Sommer des nächsten Jahres bis ca. 700 Einsiedlerbienen und -wespen schlüpfen!
Der robuste Nist-Ziegel hat eine viel längere Standzeit als Holz. Da er aber Wasser aufnimmt, sollte er an trockener Stelle (etwa einer überdachten Wand) angebracht werden oder ein eigenes Dach erhalten. Dies kann z. B. dadurch geschehen, daß man mit der Heißklebepistole auf die schmale waagerechte Oberseite ein Stück Acrylglas oder Kunststoffschindel klebt.
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| Holzbeton-Nistblock "INB" mit Löchern 310 mm und Bügel (Firma Klaus Hasselfeldt) | Holzbeton-Nistblock aus Solingen von "Nistkästen Hoppe", der auf Bestellung Sondermodelle fertigt | Dieser Nistblock aus zu weichem Holzbeton war ein Flop: Nur dem Specht hat er Freude bereitet ... |
Nistblöcke aus Holzbeton sind im Prinzip ebenso brauchbar wie solche aus gebranntem Ton, allerdings scheint es hier schwieriger zu sein, Nistgänge genauso glatt auszustechen wie in Ton. Hasselfeldt produziert einen preiswerten Nistblock mit gebohrten Löchern von 310 mm Weite, die Maße sind 28 x 15 x 10 cm (HxBxT). Hoppe produziert auf Wunschmodelle auf Bestellung. Das Schwegler-Modell ist mit ca. 15 € deutlich preiswerter als die Holzversion dieser Firma, aber offenbar zu weich: Das Material des getesteten Blocks zerbröselte nach wenigen Jahren oder wurde vom Specht in Sekunden zerschlagen.
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Mit Schilf- oder anderen Stengeln gefüllte Behälter werden etwa von Scherenbienen gerne besiedelt, die allerdings genauso bereitwillig in anderen Nisthilfen (
Holzblöcken,
Nistziegeln,
Niststeinen) bauen. Ebenso hübsch wie nützlich sind die Nisthilfen von Kornmilch: aus Massivholz oder wasserfestem Multiplex gefertigte Kästchen, die mit umweltfreundlicher Lasur auf Leinöl-Bienenwachs-Basis gestrichen wurden und mit imprägnierten Pappröhrchen gefüllt werden. Das abgebildete Modell BH401-R7 hat die folgenden Maße; die Dach- und Bodenplatten sind deshalb jeweils unterschiedlich lang, weil diese Teile stumpf aufeinander genagelt wurden, so daß die kleinere der beiden Platten jeweils um 9 mm (also die Plattenstärke) kürzer ist als die längere.
| Höhe (Dach- bis Bodenspitze) | 14 cm | Dachplatten | 12 / 11,1 cm x 17 cm | |
| Breite (linker bis rechter Überstand) | 17 cm | Bodenplatten | 9 / 8,1 cm x 14 cm | |
| Tiefe (Dach / Boden) | 17 / 14 cm | Innenraum | 8,1 x 8,1 x 13 cm |
Tip: Wer zwei oder drei der Röhrchen durch präparierte Bambusrohrstücke gleichen Durchmessers ersetzt, kann später Einblick in die Larvenwiege nehmen! (
Nisthilfen mit Stengeln)
Gegen Nässeschäden ist diese Nisthilfe nicht gefeit: Regelmäßige Beregnung würde das Holz vor allem an der stumpfen Verbindung der Dachplatten angreifen, weshalb sie an regengeschützter Stelle ihren Hangplatz finden oder zusätzlich etwa durch ein Dach z. B.aus Alu-Blech geschützt werden sollte.
Eine größere, regensichere und viel teurere Alternative bietet das "Insektennistschilf" von Schwegler: Das aus Holzbeton gegossene Luxus-Domizil ist mit Schilfstengeln gefüllt und vorne mit punktgeschweißtem, Kunststoff-ummanteltem Gitter gesichert, das Meisen und Spechten die Nutzung einer ergiebigen Eiweißquelle zumindest erschwert. Vor allem bei Scherenbienen erfreut sich dieser Schilfkasten großer Beliebtheit, aber auch Mauerbienen zwängen sich durch den Maschendraht, um in ausreichend große Stengel ihren Larvenproviant einzutragen und ihre Eier zu legen. Im folgenden Frühjahr werden die alten Nistgänge "geputzt", und der Abfall landet unter dem Kasten.
Der Kasten ist zwar noch etwas teuer als der Hartholzblock desseben Herstellers, aber sein Geld wert! Ähnlich ist die Schwegler-"Insektennistwand", die zusätzlich in der Mitte eine kleine Lehmwand integriert und somit mehr Arten anzieht (gut 31 €).
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| Die Frontplatte des Schwegler-Schaukastens wird mit zwei Schraubhaken arretiert. In der 1. und 3. Reihe sind die linken Röhrchen schon belegt! | Schilfkasten mit punktgeschweißtem Maschendraht und Schaukasten ("Insektennisthaus") mit Glasröhrchen (s. links) der Firma Schwegler |
Das "Insektennisthaus" von Schwegler ist ein ca. 56 € teurer Schau-Nistkasten aus Holzbeton (s. Fotos oben) mit abnehmbarer Frontplatte, aus der 18 Kunststoffglas-Röhrchen nach hinten ins Innere ragen. Schulklassen wie private "Bienenforscher" können in diesen gläsernen Kinderstuben die linear angeordneten Brutzellen von Solitärbienen und -wespen studieren.
Leider hat dieser Demo-Nistkasten einen gravierenden Nachteil: In den luftundurchlässigen Röhrchen krepiert die Bienen- und Wespenbrut meist trotz der am Ende eingesetzten Schaumstoffpfropfen (siehe Foto) gelangt zu wenig Luft in die einzelnen Brutzellen, so daß viele Larven, Puppen oder Insekten ersticken oder durch entstehendes Kondenswasser verpilzen, das nicht durch das Glas verdunsten kann. Hinter sehr luftdurchlässigen Zwischenwänden und Nestverschlüssen mag die Brut zum Teil noch eine Überlebenschance haben, Arten aber, die luftdichtere Verschlüsse (z. B. aus Harz) bauen, verlieren ihren Nachwuchs! Die Todesrate könnte z. B. dadurch gesenkt werden, daß anstelle von Glasrörchen fein perforierte Kunststoffröhrchen eingebaut würden. Eine andere Möglichkeit wären zwei hinter der Tür senkrecht montierte Massivholzbretter mit eingefrästen Nistgängen, die durch eine Acrylglasscheibe einsehbar wären.
Gelöst hat dieses Problem das Schulbiologiezentrum des Landkreises Marburg-Biedenkopf mit seinem
Beobachtungsnistkasten, der allerdings auch wieder einen Nachteil hat: Die große Massivholz-Tür schließt nicht ganz dicht und kann sich durch hohe Luftfeuchte so verziehen, daß ein breiter Spalt entsteht, der viel Licht ins Innere läßt, was interessierte Hautflügler abschreckt.
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| Der Beobachtungs-Nistkasten des Schulbiologiezentrums in 35216 Biedenkopf: Hinter der aufklappbaren Tür sind statt Glasröhrchen auf Metallwinkeln 16 quadratische Massivholz-Profile montiert. Die sauber ausgefrästen je vier Nistgänge à 2, 4, 6 und 8 mm Breite sind jeweils mit kleinen Acrylglasscheiben abgedeckt, so daß die Entwicklung der Bienen- und Wespenbrut gut zu beobachten ist. Das unbehandelte atmungsaktive Massivholz schützt die Brut vor Ersticken & Verpilzung. (4xdav) |
Die Adressen der Bezugsquellen finden sich im
allgemeinen Teil!
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