Hummel-Nistkästen

Überdachter Stand mit Hummelnistkästen

1. Größen, Formen, Farben

Natürliche Nisthöhlen sind für Hummeln keineswegs immer optimal: Die Grundfläche oder Höhe etwa mögen zu gering oder der Standort zu feucht oder kalt sein, doch nicht alle Jungköniginnen können dies erkennen oder in unserer aufgeräumten Landschaft eine Alternative finden. Die Folge ist eine geringere Volksstärke oder Reproduktionsrate als eigentlich möglich. Künstliche Nisthöhlen sollten daher den spezifischen Bedürfnissen eines Hummelvolkes im vollen Umfang Rechnung tragen:

Überdachter Stand mit Hummelnistkästen   Überdachter Stand mit drei großen und fünf kleinen Hummelnistkästen:
Die auffälligen verschiedenen Farbmarkierungen dienen heimkehrenden Hummeln zur Wiedererkennung ihrer Niskästen: Tiere, die in den falschen Kasten fliegen, provozieren dort unnötige Auseinandersetzungen.
    In die kleinen Kästen ohne Vorbau können Wachsmotten besonders leicht eindringen; ein seitlich entlang der Vorderwand angebrachter Gittertunnel muß seine hintere Öffnung an der Seite vor dem Flugloch aufweisen.

2. Nistmaterial

Eine Zeitungsseite auf dem Boden erleichtert es später, das ganze Nest aus dem Kasten zu holen. In hohe Kästen wird zunächst eine mehrere Zentimeter starke Substratschicht aufgeschüttet, die aus Rindenmulch, kleinblättrigem trockenen Laub oder im Shredder fein gehäckseltem Strauchschnitt bestehen kann. Es folgt eine weniger grobe Schicht aus "Nagerstreu" bzw. feinen Sägespänen oder auch trockenem Heu. In das Substrat drückt man eine Vertiefung, in der man langstieliges Moos aufhäuft oder mit Polsterwolle ein Kugelnest nebst Laufgang eines Kleinsäugers nachahmt. Eine genaue und bebilderte Darstellung der möglichen Nistmaterialien gibt's auf einer Nistmaterial eigenen Seite.

Großer, mittlerer + kleiner Hummelnistkasten   Hummelnistkasten mit "Drehtür"

Vier Nistkästen warten auf königlichen Besuch:
Der Nistkasten links unten ist bereits mit einem Gittertunnel gegen Wachsmotten ausgerüstet. Als Großraumkasten eignet sich auch für sehr starke Völker, wie sie etwa bei der Dunklen Erdhummel (B. terrestris) auftreten. Der mittelgroße Nistkasten darüber hat Normalgröße; sein ebenso noch offenes Portal ist weiß, um ihn von anderen Kästen zu unterscheiden. Der Schwegler-Nistkästen ganz oben ist mit einem kleineren Flugloch ausgestattet und eignet sich für Baum- und Wiesenhummeln (Bombus hypnorum + pratorum).
    Der Vorbau des Kastens oben ist gelb markiert und wird mit einer drehbaren Tür verschlossen.

3. Pflege

Hummelvölker sind "einjährig", d. h. sie sterben im Herbst ab und hinterlassen dem Hummelfreund einen großen und meist feuchten, dumpf riechenden Haufen aus Nistsubstrat, Polsterwolle, Hummelwachs, Hummelleichen und allerlei Kleingetier – eventuell inklusive eingesponnener Wachsmottenlarven. Es ist klar, daß der Kasten in diesem Zustand für eine Neubesiedlung im folgenden Frühjahr ungeeignet ist: Er muß sorgfältig (!) mit heißem Wasser und ohne Chemie gesäubert und getrocknet und dann bis zum Frühjahr trocken gelagert werden. Ist einmal eine Generalüberholung erforderlich, so sind selbstverständlich nur ungiftige Farben oder Lasuren zu streichen.

4. Erfolg

Ein Hummelnistplatz sollte bis zum 1. März eingerichtet sein – möglichst etwas früher. Die Chancen einer Besiedlung sind angesichts des Nistplatzmangels in unserer kultivierten Landschaft viel besser, als man als Laie zunächst glauben mag: Meine beiden ersten Hummelkästen wurden auf Anhieb angenommen, und ein Bekannter hat seine erste Erdhummel-Königin einfach mit der Hand eingefangen und mit einem Pappröhrchen erfolgreich eingesetzt. Der Arbeitsaufwand und die Fachkenntnisse des Imkers sind für dieses Hobby nicht erforderlich, die Beobachtung der Insekten aber ist sehr interessant und entspannend und ebenso ungefährlich: Eigentlich reagieren nur die Arbeiterinnen der Baumhummel empfindlich auf hektisches Hantieren am Nistkasten.

5. Hummelkasten im Handel

Da Königinnen spätestens Mitte März, manchmal auch deutlich früher suchen, muß die Nisthilfe dann auch aufgestellt (aufgehängt) und vorbereitet sein: Am Anfang sind die Chancen einer Besiedlung am größten. Da aber der naßkalte Februar keine gute Zeit für Heimwerken ist und im Herbst vielleicht keine Zeit war, will sich der Hummelfrerund vielleicht einen fertigen Kasten kaufen.
    Die Firma Schwegler ist durch ihr riesiges Vogelnistkasten-Sortiment bekannt geworden, bietet aber auch Nisthilfen für andere Tierarten an, u. a. Hummeln. Der Nistkasten besteht wie die meisten Schwegler-Nisthilfen aus Holzbeton, was diesem "Gerät" neben hoher Stabilität eine bessere Wärmedämmung und geringeres Gewicht als Kästen aus reinem Beton verleiht; dennoch erreicht dieser große Kasten mit ca. 17 kg ein Gewicht, das es schwer macht, ihn längere Strecken zu tragen. Im einzelnen ...


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