Wildbienen: „deutsche“ und wissenschaftliche Namen
- „Deutsche Bienennamen sollen Wildbienen auch für Laien interessant machen.“ „Deutsche Trivialnamen können auch Nicht-Fachleute für Bienenkunde begeistern.“
- „Sie haben auf Ihrer Website etliche Fotos der Rotschopfigen Sandbiene [...]. Außerdem suchen wir [...] ein hübsches Foto der Rotbeinigen Körbchensandbiene [...].“
- „Seit kurzem haben wir wieder Männchen und Weibchen der Natterkopfbiene im Garten. Heißt diese nun wissenschaftlich korrekt "Osmia adunca" oder "Hoplitis adunca"?“ Und warum schreiben Sie auf Ihrer Seite "Osmia (Hoplitis) adunca?"
- „Wie viele Bienenarten gibt es eigentlich in Deutschland? In einem Radiobeitrag zum Weltbienentag hörte ich: 600, an anderer Stelle: 604.“
1. "Deutsche" Bienennamen
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| Die "Rotschopfige Sandbiene" (Andrena haemorrhoa) hat den "Schopf" am Hinterteil |
Deutsche Namen: Na klar – lateinische Fremdwörter versteht doch keiner! Eine solche Reaktion – ob ausgesprochen oder nur gedacht – ist sicherlich nicht selten. Doch ist sie auch logisch begründet? Sollen wissenschaftliche Bezeichnungen für Tier- und Pflanzenarten – z. B. Osmia bicornis – wirklich, nämlich inhaltlich, "verstanden" werden? Wie werden denn "deutsche" Namen "verstanden"? Was ist eigentlich ein "deutscher" Name? Wie sind "deutsche" Namen (d. h. Bezeichnungen, nicht: Eigennamen) definiert?
- Deutsche Bezeichnungen für Pflanzen und Tiere, für belebte wie unbelebte Objekte sind Teil des Wortschatzes, der in einem Wörterbuch der deutschen Sprache verzeichnet ist. Nimmt man etwa den "Wahrig" (Gerhard Wahrig: Deutsches Wörterbuch) zur Hand, findet man unter I die Iris und unter S die Schwertlilie; beide Wörter meinen dieselbe Pflanze(ngattung), beide sind deshalb verzeichnet, weil beide der deutschen Sprachgemeinschaft geläufig sind. Das Kriterium für die Aufnahme in ein Wörterbuch ist nicht die Herkunft (Etymologie) eines Wortes, sondern dessen Bekanntheit und Gebrauch – mindestens in einem Dialekt/Regiolekt oder Technolekt (Fachsprache) der jeweiligen Sprache.
Deutsche Wörter sind die in der deutschen Sprachgemeinschaft gebräuchlichen, Lehnwörter sind entlehnt, also ebenfalls Teil des (z. B.) deutschen Wortschatzes, Fremdwörter sind hingegen den Menschen fremd, also ungebräuchlich. Manchen aus dem Lateinischen oder Altgriechischen entlehnten Wörtern sieht man ihre Herkunft noch an, viele aber wurden so erfolgreich phonetisch-phonologisch und morphologisch eingedeutscht, daß sie nicht mehr als entlehnt zu erkennen sind. Wer dennoch glaubt, er könne (oder müsse) "deutsche" Wörter von "Fremdwörtern" etwa lateinischen Ursprungs unterscheiden, kann gerne in einem Selbsttest herauszufinden versuchen, welche Wörter der folgenden Liste "deutsch" bzw. lateinischen Ursprungs sind. (Auflösung am Seitenende)
Ampel, Birne, Doppelfenster, Geranie, Ilex, Insekt, Keller, Käse, Kohl, Lampe, Libelle, Mauer, Natur, Pfirsich, Primel, Rose, Schüssel, Straße, Tafel, Tapete, Teller, Tisch, Wein, Zikade
- Trivialnamen sind in der Botanik und Zoologie eine beliebte Bezeichnungsalternative zu gemein- bzw. volkssprachlichen ("deutschen", "englischen" etc.) Pflanzen- und Tiernamen. Trivial bedeutet 'alltäglich' im Sinne von 'wohlbekannt, naheliegend, leichtersichtlich', aber auch abwertend im Sinne von 'unbedeutend, weniger wertvoll' (Beispiel: Trivialliteratur). Sind nun Bezeichnungen wie Rotbeinige Körbchensandbiene, Rotschopfige Sandbiene etc. alltägliche, naheliegende, leichtverständliche Bienennamen? Sicherlich nicht. Die oben zitierte Bienenfreundin hat diese Wortschöpfungen schlicht aus dem Taschenlexikon der Wildbienen Mitteleuropas abgeschrieben, deren Autoren sie mit wenig Geschick erfunden haben.
Bezeichnungen, die zwei Autoren erfunden haben, damit jede mitteleuropäische Biene auch einen "deutschen" Namen habe, können gerade deshalb nicht trivial sein (sie sind schließlich nicht 'alltäglich, wohlbekannt' etc.) – es sei denn, man versteht sie abwertend als 'unbedeutend, weniger wertvoll'. Trivial im positiven, alltäglichen Sinne sind nur die wenigen Bienennamen, die Bienenfreunden wirklich geläufig sind, z. B. Ackerhummel, Dunkle Erdhummel, Steinhummel, Efeu-Seidenbiene, Rostrote Mauerbiene, Weiden-Sandbiene etc. Alles andere als bekannt und alltäglich (im neutralen Sinne trivial) sind hingegen nichtssagende Erfindungen wie Auen-Lockensandbiene, Großkopf-Zangensandbiene, Haarschopf-Pelzbiene, Hornklee-Wollbiene, Kopfschild-Maskenbiene, Löwenzahn-Dörnchensandbiene, Rundfleck-Maskenbiene, Verkannte Zwergsandbiene, Winzige Schmalbiene und viele weitere.
- Ein geradezu lachhaftes Beispiel für das sprachliche Unvermögen der Autoren des Taschenlexikons ist die schon erwähnte "Rotschopfige Sandbiene": Die Artbezeichnung haemorrhoa geht auf altgr. αιμα / haima = 'Blut' (wie in Hämoglobin) zurück, dessen rote Farbe sich nun im roten Schopf wiederfindet, das deutsche Muttersprachler mit 'Kopfhaar' synonymisieren. Wo aber hat die Biene diesen "Schopf"? Wie auf dem obigen Foto gut zu erkennen ist: am Hinterteil. Einige niederländische Bienenfreunde nennen diese Biene deshalb "Roodgatje" ('Rotärschlein'), in englischen Artenliste findet man sie als "orange-tailed mining bee".
- Die mißglückte Wortschöpfung verweist auf ein grundsätzliches Problem: die wortwörtliche Fehlinterpretation von Artnamen als Beschreibungen von Aussehen und Lebensweise. Oft lassen sich "deutsche" Namen zwar spontan leichter merken als wissenschaftliche – etwa "Natterkopf-Biene" oder "Natterkopf-Mauerbiene" für Osmia adunca, weil darin in vertrauter deutscher Sprache die Pollenspezialisierung dieser oligolektischen Bienenart zum Ausdruck kommt; meist aber sind "deutsche" Namen nur Übersetzungen und ebenso sinnfrei oder gar falsch wie ihre wissenschaftlichen Originale und deshalb erst recht irritierend.
Biologen wissen und schätzen zwar, daß wissenschaftliche Bezeichnungen oft nützliche Hinweise auf morphologische oder andere Merkmale einer Tierart enthalten (z. B. rufipes = 'rotfüßig'); sie wissen aber auch, daß viele Artnamen (Epitheta) keinerlei beschreibende Funktion haben oder Ausdruck einer spontanen Eingebung oder gar Laune des Erstbeschreibers sind. (Ein skurriles Beispiel ist die nordaustralische Spinnenart Jotus karllagerfeldi.)
Ein Laie hingegen denkt sich meist nichts dabei, wenn er z. B. Nomada distinguenda liest: So heißt das Insekt eben wissenschaftlich korrekt. Daß dieser Doppelname (Binomen) mit 'zu unterscheidende Wespenbiene' zu übersetzen wäre, weiß er nicht oder interessiert ihn nicht. Wenn er jedoch als (wieder einmal ungeschickte) Übersetzung Getrennte Wespenbiene liest, fragt er sich unwillkürlich und irritiert: getrennt? getrennt wovon?
- Das letztlich entscheidende Problem der meisten "deutschen" Artnamen sei zuletzt genannt: der fehlende Bedarf! Wörter entstehen in einer Sprache oder werden aus einer anderen Sprache entlehnt, wenn ein Bedürfnis entsteht und zu decken ist. Die allermeisten Bienenarten sind dem sprichwörtlichen Ottonormalbienenfreund jedoch schlicht unbekannt und werden es bleiben, sie werden nie Thema eines "trivialen" Alltagsgespräches sein; einige Arten sind gar so selten (oder gar verschollen), daß auch Apidologen sie noch nie gesehen haben und nie sehen werden. Wozu dafür "deutsche" Artnamen? Die meisten sind wohl eine Marotte ihrer Erfinder und Produkt deren Eitelkeit ...
2. Wissenschaftliche Bienennamen
Die meisten "deutschen" Bienennamen sind also gar nicht die "Trivialnamen", als die sie oft bezeichnet werden; die "trivialen", d. h. im Alltag der Biologen bekannten und gebräuchlichen Bezeichnungen sind in der wissenschaftlichen Wirklichkeit die wissenschaftlichen. Doch was sind eigentlich "wissenschaftliche Artnamen"? Laien antworten auf diese Frage meist: "die lateinischen Namen", was irgendwie stimmt, aber nicht ganz: Wissenschaftliche Artbezeichnungen haben neben lateinischen oft altgriechische Wurzeln und immer öfter auch anderssprachige. Die "lateinische" Anmutung der Artnamen rührt von der traditionellen Latinisierung der nicht-lateinischen Wörter, also ihrer Anpassung an die lateinische Formenlehre, die übrigens einst auch bei Personennamen beliebt war: Der berühmte schwedische Biologe Carl von Linné z. B. nannte sich Carolus Linnaeus. Linné schuf Mitte des 18. Jahrhunderts mit der binären Nomenklatur (Benennung von Lebewesen mit Gattungs- & Artnamen) die Grundlagen der heutigen biologischen Taxonomie. Pflanzen und Tiere ließen sich nun eindeutig bezeichnen.
- Zuvor waren Pflanzen und Tiere nicht benannt, sondern beschrieben worden: manche Spezies mit nur wenigen Worten, andere mit vielleicht einem Dutzend, die jene Merkmale betonten, die für die Unterscheidung ähnlicher Arten relevant schienen. Der Vorteil solcher in Latein (der damaligen lingua franca) verfaßter Kurzbeschreibungen lag darin, von Fachkollegen europaweit verstanden zu werden; nachteilig konnte allerdings die fehlende Eindeutigkeit sein: Wissenschaftler hielten eventuell unterschiedliche Merkmale für unterscheidungsrelevant halten oder beschrieben dieselben unterschiedlich.
- Linnés binäre Nomenklatur bestand und besteht im Prinzip bis heute aus nur zwei Wörtern: Der erste (mit großem Anfangsbuchstaben) bezeichnet die Gattung, das zweite (das klein zu schreibende Epitheton) die Art = Spezies. Der Gattungsname faßt(e) offensichtlich ähnliche, vermutlich also verwandte Arten zusammen, der Artname differenziert(e) umgekehrt die Gattung in unterscheidbare Arten. Ein Beispiel: Apis, die allgemein bekannte lateinische Bezeichnung für 'Biene', wurde als naheliegender Gattungsname gewählt, Apis mellifera sollte die Honigbiene sei, Apis rufa aufgrund ihrer Haarfärbung die Rostrote Mauerbiene. Apis rufa wurde allerdings später in die neue Gattung Osmia gestellt (→ Osmia rufa); schließlich mußte das Epitheton in bicornis geändert werden, weil Linné mit rufa versehentlich nur die Drohnen dieser Art benannt hatte (→ Osmia bicornis). Dieses frühe Beispiel zeigt bereits zwei Ursachen späterer Namensänderungen: a) Differenzierungen durch Schaffung neuer Gattungen, b) Irrtümer, die Namensänderungen erfordern.
- Nachfolgende Taxonomen gaben sich nicht mit zwei Taxonomie-Ebenen zufrieden, sie ergänzten die Gattung – eine von Menschen erdachte Kategorie – durch weitere, "höhere" taxonomischen Ebenen: Familie, Ordnung, Klasse, Stamm, Reich. Um noch weiter und feiner differenzieren zu können, wurden schließlich Zwischenebenen eingezogen: Oberfamilien, Unterfamilien, Tribus, Untergattungen, Unterarten etc. Die Bezeichnung einer Spezies kann also auch aus drei oder gar vier Wörtern bestehen, und zusätzlich kann der Name des Erstbeschreibers angehängt werden (in Klammern, falls der Gattungsname geändert wurde):
- Die Bezeichnung einer Untergattung wird in Klammern hinter den Gattungsnamen und vor den Artnamen gestellt; Beispiel: Osmia (Hoplitis) adunca (Panzer 1798);
- Die Art-Bezeichnung ist, wie dargestellt, binär ('zweiteilig'), die Nennung des Erstbeschreibers fakultativ ('nach Wunsch'); Beispiel: Apis mellifera Linnaeus 1758;
- Eine Unterart-Bezeichnung wird zusätzlich hinter den Artnamen gestellt: Apis mellifera mellifera ("Dunkle Honigbiene", Unter- & Typusart der Westlichen Honigbiene).
- Immer öfter sehen sich Naturfreunde mit immer neuen wissenschaftlichen Namen konfrontiert, die vor allem naturinteressierte Laien, aber auch Biologen nicht nachvollziehen können. Ein extremes Beispiel für Neubenennungen ist die Gattung Anthidium (Woll- & Mörtelbienen), aus der Anthidium manicatum (die "Gartenwollbiene" bzw. "Große Wollbiene"), den meisten Bienenfreunden bestens bekannt ist. Die meisten Anthidium-Arten sehen sich so ähnlich, daß Laien sie kaum unterscheiden können; dennoch glauben einige Taxonomen, sie auf mehrere neu geschaffene Gattungen verteilen zu müssen. Im Taschenlexikon der Wildbienen Mitteleuropas von Scheuchl & Willner liest man dazu: "Die ehemalige Gattung Anthidium wurde in jüngster Zeit in mehrere eigenständige Gattungen aufgeteilt, von denen im Gebiet Anthidiellum, Anthidium, Icteranthidium, Pseudoanthidium, Rhodanthidium und Trachusa vorkommen." Die Formulierung "ehemalige Gattung" unterstreicht die Arroganz dieses Anspruchs.
Ein anderes, ornithologisches Beispiel dürfte noch bekannter sein: Selbst Städter haben meist kein Problem damit, Meisen von anderen Kleinvögeln zu unterscheiden; mehr oder weniger gut bekannt sind die Kohl-, Tannen-, Blau-, Hauben-, Sumpf- und Weidenmeise. Die Taxonomen und Nomenklatoren haben dies lange Zeit nicht anders gehandhabt: Parus ist die Gattung der Meisen, Parus major die Kohlmeise, Parus caeruleus die Blaumeise, Parus cristatus die Haubenmeise etc. Vor Jahren aber stellten Genetiker fest, daß einige Arten der Meisengattung mit anderen enger oder wenger eng verwandt sind. Im Grunde war das eine banale Feststellung: Niemand, auch kein Laie, würde schließlich vermuten, daß sich in der Evolution der Meisen alle heutigen Arten zur selben Zeit aus ihrem fernen Vorfahren auseinanderentwickelt hätten und daher in gleichem Maße miteinander verwandt seien. Da nun aber die Evolution geklärt schien, hatten Taxonomen die Wahl, nämlich die Meisenarten
- ja nach Verwandtschaft nur "inoffiziell" in Gruppen "ohne Rang" zusammenzufassen (Beispiel: die "Tannenmeisengruppe");
- unterhalb des Gattungsranges als Untergattungen zu führen – die Kohlmeise wäre dann Parus (Parus) major, die Tannenmeise Parus (Periparus) ater;
- auf etliche neue Gattungen mit neuen Gattungsnamen zu verteilen – und genau das ist geschehen. In der Wikipedia liest man als "Erklärung": "Nach neuerer Taxonomie auf der Grundlage genetischer Untersuchungen wird die artenreiche Gattung Parus in mehrere Gattungen aufgeteilt." Zwingend ist das natürlich nicht.
3. Anzahl der Bienenarten
Auch die Wildbienen sind vom Insektenschwund stark betroffen: hinsichtlich ihrer Populationen und Individuen wie auch ihrer Arten; in der Presse wird dies als "Insektensterben" und "Bienensterben" kolportiert. Da mag es verwundern, daß zugleich immer wieder über neue Bienenarten berichtet wird und neue, höhere Artenzahlen genannt werden. Waren es Ende des 20. Jahrhunderts noch um die 550, so sollen es ein Vierteljahrhundert später schon über 600 Bienenarten sein. Wie paßt das zusammen?
Journalisten, die über das "Bienensterben" oder die Wiederentdeckung einer Bienenart berichten, aber auch Politiker und Behörden wollen gerne "genau" wissen und mitteilen, wie viele Bienenarten es derzeit gebe, und nennen dann z. B. "604". Woher kommt eine solche Zahl? Tatsächlich waren in den letzten Jahrzehnten einige Neuzugänge zu verzeichnen: Klimawandel und Globalisierung sorgen für "Nachschub". Der Hauptgrund der wundersamen Vermehrung liegt jedoch in der Denk- und Arbeitsweise einer winzigen Gruppe von Menschen: der Taxonomen:
- Einer dieser Taxonomen (Menschen, die z. B. Lebewesen nach einheitlichen Kriterien in ein System einordnen) schrieb mir: "Arten, die nicht mehr auffindbar sind, aber früher sicher aus Deutschland belegt sind, werden üblicherweise mitgezählt [...]". Das ist tatsächlich so; Taxonomen üben sich in der Praxis, Dinge zu zählen, die es nicht (mehr) gibt. Die übliche Formulierung "sind belegt" oder "wurden nachgewiesen" bedeutet, genau genommen, nicht 'kommen aktuell vor', 'sind in Deutschland etabliert', sie wird aber meist so verstanden, und die Taxonomen unternehmen meist nichts, das Mißverständnis zu korrigieren oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Hohe und immer höhere Zahlen scheinen attraktiv zu sein.
- Eine Art, die gefunden wurde, kann natürlich, sollte aber nicht unbedingt "mitgezählt" werden: Eine bislang nicht heimische Biene kann nämlich unter günstigen Wetterbedingungen nach Deutschland geflogen oder dorthin verschleppt worden sein (etwa in Totholz). Wird sie dann zufällig entdeckt, ist ein Bruterfolg noch längst nicht sicher; wirklich "etabliert" ist die Art erst, wenn sie sich vermehrt und eine Population begründet. Die Einschätzung eines Status (Etablierung?) ist subjektiv und das Zählen von "Eintagsbienen" nicht seriös.
- Die Anzahl der Arten hängt logischerweise auch von der Definition einer Art ab: Einige der wenigen Taxonomen zählen nicht in der Natur nachweisbare Populationen, sondern sog. Barcode-Arten, die im Gen-Labor aufgrund einer definierten genetischen Distanz als eigene Arten bestimmt wurden. Arten leben und pflanzen sich jedoch nur in der Natur fort.
- Dort, in der Natur, kann ein und dieselbe Art durchaus in ihrem Äußeren (phänotypisch) variieren: von einer Region zur anderen und sogar am selben Ort. Das hat schon manchen Biologen in Versuchung gebracht, eine neue Spezies zu vermuten – und sich als deren Erstbeschreiber im biologischen Schrifttum zu verewigen ...
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