Zur Leitseite > Wildbienen-Startseite Wildbienen >  Häufige Fragen

Wildbienen: „deutsche“ und wissenschaftliche Namen

1. "Deutsche" Bienennamen

Andrena haemorrhoa
Die "Rotschopfige Sandbiene" (Andrena haemorrhoa) hat den "Schopf" am Hinterteil

Deutsche Namen: Na klar – lateinische Fremdwörter versteht doch keiner! Eine solche Reaktion – ob ausgesprochen oder nur gedacht – ist sicherlich nicht selten. Doch ist sie auch logisch begründet? Sollen wissenschaftliche Bezeichnungen für Tier- und Pflanzenarten – z. B. Osmia bicornis – wirklich, nämlich inhaltlich, "verstanden" werden? Wie werden denn "deutsche" Namen "verstanden"? Was ist eigentlich ein "deutscher" Name? Wie sind "deutsche" Namen (d. h. Bezeichnungen, nicht: Eigennamen) definiert?

2. Wissenschaftliche Bienennamen

Die meisten "deutschen" Bienennamen sind also gar nicht die "Trivialnamen", als die sie oft bezeichnet werden; die "trivialen", d. h. im Alltag der Biologen bekannten und gebräuchlichen Bezeichnungen sind in der wissenschaftlichen Wirklichkeit die wissenschaftlichen. Doch was sind eigentlich "wissenschaftliche Artnamen"? Laien antworten auf diese Frage meist: "die lateinischen Namen", was irgendwie stimmt, aber nicht ganz: Wissenschaftliche Artbezeichnungen haben neben lateinischen oft altgriechische Wurzeln und immer öfter auch anderssprachige. Die "lateinische" Anmutung der Artnamen rührt von der traditionellen Latinisierung der nicht-lateinischen Wörter, also ihrer Anpassung an die lateinische Formenlehre, die übrigens einst auch bei Personennamen beliebt war: Der berühmte schwedische Biologe Carl von Linné z. B. nannte sich Carolus Linnaeus. Linné schuf Mitte des 18. Jahrhunderts mit der binären Nomenklatur (Benennung von Lebewesen mit Gattungs- & Artnamen) die Grundlagen der heutigen biologischen Taxonomie. Pflanzen und Tiere ließen sich nun eindeutig bezeichnen.

3. Anzahl der Bienenarten

Auch die Wildbienen sind vom Insektenschwund stark betroffen: hinsichtlich ihrer Populationen und Individuen wie auch ihrer Arten; in der Presse wird dies als "Insektensterben" und "Bienensterben" kolportiert. Da mag es verwundern, daß zugleich immer wieder über neue Bienenarten berichtet wird und neue, höhere Artenzahlen genannt werden. Waren es Ende des 20. Jahrhunderts noch um die 550, so sollen es ein Vierteljahrhundert später schon über 600 Bienenarten sein. Wie paßt das zusammen?

Journalisten, die über das "Bienensterben" oder die Wiederentdeckung einer Bienenart berichten, aber auch Politiker und Behörden wollen gerne "genau" wissen und mitteilen, wie viele Bienenarten es derzeit gebe, und nennen dann z. B. "604". Woher kommt eine solche Zahl? Tatsächlich waren in den letzten Jahrzehnten einige Neuzugänge zu verzeichnen: Klimawandel und Globalisierung sorgen für "Nachschub". Der Hauptgrund der wundersamen Vermehrung liegt jedoch in der Denk- und Arbeitsweise einer winzigen Gruppe von Menschen: der Taxonomen:


Auflösung: Tatsächlich sind alle 24 Wörter lateinischen Ursprungs.

Falls am linken Bildschirm-Rand keine Verweisleiste zu sehen ist, klicken Sie bitte auf , um den gesamten Frameset anzuzeigen.

Zur Leitseite   Nach oben   F&A: Einleitung