Wie bringt man der Bevölkerung das ökologische Thema "Wildbienen" nahe, wenn
- diese außer Honigbienen und Hummeln keine weiteren Bienen kennt,
- ihr die natürlichen Nistplätze der Wildbienen und künstliche Nisthilfen meist unbekannt sind,
- die meisten Arten unserer Wildflora bzw. der Bienentracht in Vergessenheit geraten sind?
Eine besondere Form der
Öffentlichkeitsarbeit für Wildbienen ist der Wildbienen-Lehrpfad bzw. im engeren Sinne "Bienengarten", der praktische Didaktik mit einer Material- und Pflanzenschau kombiniert:
Solingen: Botanischer Garten ·
Leverkusen: LaGa 2005
1. Lehrpfad im Botanischen Garten Solingen
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Der Wildbienen-Lehrpfad nach seiner Eröffnung im Jahr 1999 |
Eine nachahmenswerte Antwort auf diese Frage gibt ein Wildbienen-Lehrpfad, wie er 1999 unter der fachlichen Anleitung der Biologischen Station Mittlere Wupper im und mit dem Botanischen Garten der Stadt Solingen (NRW) als sogenannte AB-Maßnahme realisiert wurde. Hilfreich war die Kooperation mit zwei Wildbienen-Experten, den vier örtlichen Naturschutz-Verbänden und nicht zuletzt den Mitarbeiter(inne)n des
Botanischen Gartens, der im Sommer täglich von 820 Uhr geöffnet ist. Man beachte die Hinweistafeln und Nisthilfen beiderseits des Weges.
Gegenüber einem (Dia-) Vortrag etwa durch einen Naturschutzverein in der örtlichen Volkshochschule oder einer (Wander-) Ausstellung z. B. in einer Bank-Filiale bietet ein Lehrpfad gleich mehrere Vorteile:
- erreicht ein in einen öffentlichen Garten integrierter Lehrpfad auch solche Menschen, die ihn nicht absichtlich aufsuchen, sondern nur zufällig finden (Stammgäste) und aus Neugier besichtigen;
- ist die Besichtigung des Lehrpfads nicht auf einen Termin bzw. zwei oder drei Wochen beschränkt, sondern immer möglich, solange das Wetter mitspielt und es irgendetwas zu sehen gibt;
- erleben Besucher die Nisthilfen und Trachtpflanzen und ihre geflügelten Nutzer selber mit eigenen Augen, also nicht aus zweiter Hand durch Bild und Vortrag oder als tote Exponate im Museum;
- lassen sich künstliche Nisthilfen durchaus mit (wetterfesten) Bild- und Erläuterungstafeln und Vorträgen kombinieren, um das theoretische Verständnis ökologischer Zusammenhänge zu vertiefen.
Das Ziel eines solchen Lehrpfades ist es, das Wissen um die ökologischen Zusammenhänge zwischen Wildbienen, Pflanzen und Nistplätzen zu fördern und die Menschen für die Notwendigkeit zu sensibilisieren, solche Lebensgemeinschaften auch im eigenen Interesse zu schützen. Der Wildbienenlehrpfad im Botanischen Garten der Stadt Solingen zeigt deshalb einerseits die vielen verschiedenen Nisthilfen, die man Wildbienen anbieten kann: einen "Sandkasten" für Sandbienen, Nistblöcke aus Holz und gebranntem Ton für Mauerbienen und hohle Stengel für Maskenbienen bis hin zur großen Lehmwand für Pelzbienen. Andererseits präsentiert er exemplarisch auf 14 Pflanzbeeten solche Blütenpflanzen, für die Wildbienen besonders schwärmen, und kleine Hinweistafeln teilen dem Besucher jeweils mit, welche. So wird Neugier geweckt und befriedigt, und vieles regt zur Nachahmung an: Nisthilfen für Solitärbienen sind meist noch einfacher herzustellen und aufzuhängen als solche für Vögel!
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Der Wildbienenstand (Rückseite) am Lehrpfad |
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Der Wildbienen-Lehrpfad aus der Gegenrichtung |
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| Ein Wildbienen-"Hochhaus" befriedigt gleich mehrere Nistplatzansprüche (Eröffnung 1999) |
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Mehrzweck-Bienenhaus desselben Typs nach einer farbenfrohen Renovierung im Jahre 2004 |
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| Die beiden Hälften des Sandkastens werden abwechsend jedes 2. Jahr von Aufwuchs befreit. |
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Nistziegel & Schilfkasten an der Mauer hinter der Schauanlage (Bienen-"Hotels" von V. Fockenberg) |
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| Wetterfeste Info-Tafeln ... |
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... aus geätztem Alumnium |
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Info-Tafel an der Schauwand |
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| Futter für die Blaue Mauerbiene |
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Herzgespann, Nesselblättrige Glockenblume und Blutweiderich |
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| Riesen-Margerite & Zuckerschote für Sandbienen |
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Schwarznessel (Ballota nigra) für Wollbienen |
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| Heidevegetation für die Wald-Pelzbiene |
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Rainfarn & Bergflockenblume für Seidenbienen |
Hummeln spielten in diesem Projekt zunächst keine Rolle, da ein unterirdischer Bodenkasten sich aufgrund der Bodenfeuchte als ungeeignet erwies und ein oberirdischer Kasten vor Diebstahl und mutwilliger Zerstörung nicht schützbar erschien. 2004 wurde dann aber doch ein Humelkasten aufgestellt, der auf einen Sockel einen mit Beton gefüllten Rasterstein gedübelt und dessen Dach mit einem Bügelschloß gesichert wurde.
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| Ausstechen einer Grube für den ausgegossenen Rasterstein |
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Letzte Feinarbeiten für die waagerechte Ausrichtung |
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Der bezugsfertige Hummelkasten
( Hummelschutz: "Zu kaufen") |
2. Wildbienengarten der Landesgartenschau in Leverkusen 2005
Die 14 Vereine des Stadtverbandes Leverkusen der Kleingärtner e.V. zeigen mit ihrem Wildbienengarten auf der Landesgartenschau 2005, wie vorbildlicher Natur- und Artenschutz für Bienen aussehen kann:
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Bei Mauerbienen sehr begehrt: der Bienenmann |
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Erfolgreich nachgebaut: eine Lehmwand aus Pflanzsteinen |
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| Demo-Wand: fast alles, was es für Solitärbienen Gutes gibt! |
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Was man so kaufen kann ... |
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Turm-Hotel aus Nistziegeln |
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Prächtige Wildbienenwand mit Lehmmauer und Sandkasten |
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| Bienenhaus für Stengel- und Totholz-Bewohner |
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Zweiseitiges Demo-Nistbrett mit Plexiglas |