Wildbienen-Parasitoide: Dickkopffliegen (Conopidae)
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Conops flavipes

Artname: Conops flavipes Linnaeus, 1761
Synonym: Conops melanocephala Meigen 1804; deutsch: "Dunkle Wespendickkopffliege"
Taxonomie: Ordnung: Diptera ('Zweiflügler') > Unterordnung: Brachycera > Familie: Conopidae (Dickkopffliegen)
Merkmale:9–13 mm; W.: Kopf blauschwarz, Stirn seitlich gelb, Gesichtsunterseite weißlich, Fühler schwarz; Thorax: Schulterbeulen und Schwingkolben (Halteren) hellgelb, Schildchen (Scutellum) schwarz, aber an der Spitze gelb; Beine: gelbbraun, aber Schenkel (Femora) mit breitem dunklen Ring; Abdomen: auf dem ersten Tergit seitlich zwei kleine gelbe Beulen, auf dem 2. bis 3. Tergit leicht wulstige gelbe Binden, 5. & 6. Tergit mattgelb, 5.–6. Sternit mit Dorn um Anheften der Eier an die Wirte. M.: Gesicht unten schwarz; gelbe Binden auf 2.–4. Tergit.
Verbreitung:Mitteleuropa, Zentral- bis Ostasien; ganz Deutschland.
Lebensraum:Habitate der Wirtsarten
Fortpflanzung:Parasitoit (Larve als Endoparasit) in Hautflüglern
Wirte:Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) und Mauerbienen (Osmia spec.)
Nahrung:Imago: Nektar; Larve: parasitisch, karnivor.
Flugzeit:1 Generation (univoltin): Juni–August.
Dickkopfliege Conops flavipes
"Dunkle Wespendickkopffliege" (Conops flavipes) Männchen · Wermelskirchen, 12.08.2012

Physocephala rufipes

Artname: Physocephala rufipes (Fabricius 1781)
Synonym: Conops petiolata Linnaeus 1767, Conops rufipes Fabricius 1781, Physocephala petiolata (Linnaeus 1767); deutsch: "Dunkle-Stieldickkopffliege", "Rotbeinige Stieldickkopffliege"
Taxonomie: Ordnung: Diptera ('Zweiflügler') > Unterordnung: Brachycera > Familie: Conopidae (Dickkopffliegen)
Merkmale:11–15(18) mm; W.: Kopf: Gesicht & Stirn gelb, unterhalb der Antennen mittig mit senkrechtem schwarzen, unten leicht gegabelten Strich; Thorax: schwarz, am Vorderrand mit 2 gelben Flecken, Schildchen (Scutellum) mit schmalem gelbem Rand; Flügel bräunlich, Schwingkölbchen (Halteren) gelb, Beine rot; Hinterleib Physocephala-typisch stielartig verlängert, Stiel (Petiolus) rötlichbraun, gelblich begrenzt, der dickere hintere Abdomen-Teil schwarz mit hellen Binden. M: wie W, aber Stiel dünner und hellorange bis beige, rötlich begrenzt.
Verbreitung:Europa, Nordafrika, Asien; ganz Deutschland.
Lebensraum:Habitate der Wirtsarten
Fortpflanzung:Parasitoit (Larve als Endoparasit) in Hautflüglern
Wirte:Wespen (Vespula rufa) und Hummeln (Bombus spec.)
Nahrung:Imago: Nektar; Larve: parasitisch, karnivor.
Flugzeit:1 Generation (univoltin): Mai–September.
Physocephala rufipes
"Dunkle Stieldickkopffliege" (Physocephala rufipes) Männchen · Solingen-Ohligs, 18.06.2020

Sicus ferrugineus

Artname: Sicus ferrugineus (Linnaeus, 1761)
Synonym: deutsch: "Breitstirnblasenkopffliege"
Taxonomie: Ordnung: Diptera ('Zweiflügler') > Unterordnung: Brachycera > Familie: Conopidae (Dickkopffliegen)
Merkmale:8,5–9,5 mm; W.: Kopf: rostrote Augen, Ocellenfleck auf dem Scheitel braun, Gesicht gelb, unten gläzend, kurz braune Fühler, Rüssel zweigliedrig, dunkelbraun bis schwarz; Thorax: zwischen dem 1. und 2. Beinpaar je ein glänzendschwarzer Fleck, Flügel durchsichtig, an der Basis aber rotgelb; Abdomen: rund, am Ende oft dunkel. M.: Abdomen: auffällig hakenförmig gekrümmt.
Verbreitung:Europa, Nordafrika, Asien; ganz Deutschland.
Lebensraum:Habitate der Wirtsarten
Fortpflanzung:Parasitoit (Larve als Endoparasit) in Hautflüglern
Wirte:Hummeln (Bombus spec.)
Nahrung:Imago: Nektar; Larve: parasitisch, karnivor.
Flugzeit:1 Generation (univoltin): Mai–September.
Breitstirnblasenkopffliege (Sicus ferrugineus)
"Breitstirnblasenkopffliege" (Sicus ferrugineus) Sicus ferrugineus, WMMännchen, Kopula auf Cirsium · Biesbosch (NL), 03.07.2011

Wer als Spaziergänger unterwegs oder mit seiner Kamera auf Bienenjagd ist, sieht auf Blüen und Blättern am Wegesrand neben Bienen, Schmetterlingen, Schweb- und Schmeißfliegen häufig auch sogenannte Dickkopffliegen (Conopidae): bunte Fliegen mit dickem Kopf und auffällig eingerolltem Hinterleib. Dieser kann je nach Art kurz und dick oder eher lang und dünn sein und sogar mit einer Wepsentaille beginnen, die Größe der recht verschiedenen Arten reicht von drei bis 18 Millimetern. Manchmal kann man Dickkopffliegen beobachten, wie sie kurze Strecke eine Solitärbiene oder Hummel verfolgen, und das hat einen Grund:
    Die (Conopidae) sind Parasitoide, also Insekten, die sich von anderen Lebewesen parasitisch ernähren und ihre Wirte schließlich töten. Bekannt ist diese Verhalten von Schlupfwespen (Ichneumonidae), deren Larven sich u. a. in Schmetterlingsraupen entwickeln. Dickkopffliegen parasitieren Hummeln, Solitärbienen und Wespen, manchmal auch Heuschrecken. Ihre Eier heften sie im Flug an fliegende oder sitzende Wirte, wozu sie einen "Dorn" benutzen. Die Weibchen mancher Arten verwenden diesen Fortsatz der Sternite 6 & 6 wie einen Büchsenöffner, mit dem sie das Ei zwischen die Tergite des Wirts einführen. Die Larven bald schlüpfen bald und dringen in den Hinterleib des Wirts ein, fressen aber zunächst keine lebenswichtigen Organe. Schließlich aber ist der Wirt ausgefressen und stirbt, und der Parasitoid verpuppt sich und überwintert im toten Wirtskörper.

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