Hummeln: Öffentlichkeitsarbeit
Naturschutzarbeit ist nicht nur direkte Hilfe für die Natur und somit auch die Umwelt des Menschen, sondern auch Öffentlichkeitsarbeit; diese wiederum lebt weniger vom belehrenden oder mahnenden Wort, sondern vor allem vom Zeigen: Menschen möchten die Wunder der Natur sehen und erleben und auch mit dem Herzen für den Naturschutz gewonnen werden.
Hummeln eignen sich für Öffentlichkeitsarbeit in besonderem Maße:
- Ihre soziale, hierarchische und arbeitsteilige Gesellschaft ähnelt der menschlichen; diese vermag hier Ähnlichkeiten zu erkennen, was ein Hummelvolk interessant macht.
- Hummeln gehören mit ihrer runden und pelzigen Erscheinung schon optisch zu den wenigen Sympatrieträgern im Insektenreich. Ähnlich interessante soziale Insekten z. B. Wespen und Ameisen haben leider ein weniger positives Image.
- Neben der Königin und ihren Arbeiterinnen sind in einem Hummelnest vor allem ihre Brutwaben in den unterschiedlichen Entwicklungsstadien zu sehen: Brutpflege wird von Menschen positiv aufgenommen.
- Gegenüber Honigbienen bieten Hummeln "Natur pur": Auch Laien wissen, daß die Honigbiene ein Haustier ist, das zur Honiggewinnung gehalten wird. Hummeln aber sind Wildtiere.
- Gegenüber Solitärbienen lassen Hummeln mehr sehen: mehr Brutwaben, mehr Entwicklungsstadien, mehr Insekten. (Brutzellen von Solitärbienen lassen sich nur in Glasröhrchen betrachten.)
- Wird ein Hummelnest sachkundig geöffnet und gezeigt, so ist dies weder für diese gutmütigen Insekten noch für die Zuschauer gefährlich.
- Hummelschutz bedeutet nicht nur Artenschutz, sondern auch Biotop- und Habitatschutz: Wer nach einer Vorführung die pelzigen Brummer mit anderen Augen sieht, wird auch die Notwendigkeit verstehen, ihre Futterpflanzen und Lebensräume zu bewahren.
Wichtig bei einer Vorführung ist, daß die Interessenten über das, was sie erwartet, vorinformiert werden, und daß alle Beteiligten hektische Bewegungen und lautes Rufen vermeiden und nicht nach eventuell auffliegenden Hummeln schlagen.
Nicht nur lebende Hummelvölker eignen sich übrigens für eine Demonstration: Wenn ein Nest im Herbst nicht verschimmelt oder von Wachsmotten zerstört ist, kann man es vorsichtig in einen Karton oder "Demo-Kasten" überführen und im Winter trocken und kühl aufbewahren, um es bei Bedarf z. B. einer Schulklasse oder Gästen eines Naturschutzvereines zu zeigen und zu erläutern.
Der Information der interessierten Öffentlichkeit soll ein zweiseitiges Faltblatt ("
Eine kleine Hummelkunde" ca. 180 KB,
PDF-Dokument) dienen, das sich auf der Seite
Downloads herunterladen läßt.