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| Ackerhummel (Bombus pascuorum) |
Hummelarten gibt es viel mehr, als die brummenden Gäste in unseren Gärten vermuten lassen. Allein in Europa sind es 63 Arten, davon 10 Kuckucks- bzw. Schmarotzerhummeln; im deutschsprachigen Raum leben noch 46 Hummelarten einschließlich aller Kuckuckshummeln. Da Hummeln unterschiedliche Habitate besiedeln und einige Arten extrem selten geworden sind, ist es für einen Fotografen nicht leicht, von allen Arten Aufnahmen zu präsentieren das geht nur durch Kooperation mehrerer Enthusiasten, die als Hobby die Fotografie pflegen.
Viele Fotos dieser Rubrik und etliche Detailinformationen aus seiner langjährigen Erfahrung hat der Biologe Johann Neumayer (neu) aus Elixhausen in Österreich beigesteuert, der für alpine Arten einen natürlichen "Heimvorteil" hat; aber auch anderen Hummel-Fotografen bin ich zu Dank verpflichtet, etwa einigen Experten des Bumblebee Conservation Trust in Großbritannien.
Fotos haben den Vorteil der Authentizität: Sie zeigen ein Exemplar einer Spezies in seiner natürlichen Umgebung. Beide aber müssen nicht typisch sein: Es kann Variationen und Altersunterschiede im Phänotyp einer Art geben, Farben bleichen aus, der Pelz wird durch das Sammeln schütter, und das natürliche Spiel von Licht, Schatten und Reflexionen erzeugt immer nur eine Momentaufnahme. Die gute, alle Unterscheidungsmerkmale berücksichtigende Zeichnung eines Kenners der Materie ist daher einem "echten" Foto oft überlegen.
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Ein Beispiel für die Nachteile von Fotos bei der Artbestimmung ist die nebenstehende Aufnahme: Die Hummel oben ist aufgrund ihrer breiten ersten Querbinde und der langen Fühler wahrscheinlich ein Männchen der Dunklen Erdhummel (B. terrestris). Die Hummel unten jedoch ist untypisch und zeigt zudem ihre Gesichtshaare nicht: Vielleicht ist sie auch ein B.-terrestris-Männchen, nur alt und ausgebleicht; wahrscheinlicher aber ist, daß es sich um ein relativ dunkles Männchen der Hellen Erdhummel (Bombus lucorum) handelt. Solche Probleme treten natürlich um so mehr bei Arten auf, die sich nur durch kleine Details unterscheiden, etwa die Länge des Rüssels oder eines Fühlergliedes oder die Farbe der Gesichts- oder Körbchenhaare. |
Es sollen daher hier nur darum gehen, die Vielfalt unserer Hummelarten unter natürlichen Bedingungen vorzuführen; Bestimmungstafeln sind in der einschlägigen Literatur zu finden. Die Nomenklatur hält sich an Williams (1991, 1994) und vereinigt alle Hummeln unter Bombus. Psithyrus ist dann eine Untergattung. Das kursiv gesetzte Kürzel in Klammern z. B. (neu) verweist auf den Fotografen. Legende:
| W = Königin · A = Arbeiterin · M = Männchen · N = Nektarsammeln · Nr = Nektarraub · P = Pollensammeln · Sw = Sitzwarte |
Die eindeutigen wissenschaftlichen Namen sind nicht jedermanns Sache, deshalb hier die deutschen Namen erst der sozialen, dann der Kuckuckshummeln (Untergattung Psithyrus) , die allerdings nicht für alle Arten gebräuchlich sind:
43 Hummelarten werden mittlerweile in Farbfotos vorgestellt, nur wenige seltene Arten fehlen noch: Bombus armeniacus, B. cullumanus, B. inexpectatus, B. laesus und B. magnus. Sollten Sie ein brauchbares Foto einer dieser Arten besitzen, wäre ich für seine Zusendung dankbar!
Die insektenkundlichen Fachausdrücke lassen sich im
Wildbienen-Glossar, die wissenschaftlichen Pflanzennamen im
Pflanzen-Glossar entschlüsseln. Weitere Hummel-Portraits finden sich unter
Bombus.de, der Hummel-Website von Alex Schlecht. Viele seiner Fotos stammen von dieser Website.
| Psithyrus | Bombus-Daten |