Osmia
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Mauerbienen: Osmia bicornis / rufa
| Artname: |
Osmia bicornis (Linnaeus 1758) |
| Synonym: |
Osmia rufa (Linnaeus 1758), "Rote Mauerbiene" |
| Merkmale: |
813 mm; graubraun behaarter Thorax, die ersten drei Tergiten (Abdomen-Ringe) orangebraun behaart, die letzten drei schwarz behaart, gelbbraune Bauchbürste; M. etwas kleiner und mit deutlich längeren Fühlern. An der Basis der Mandibeln hörnerartige Fortsätze. |
| Verbreitung: |
weite Teile Europas und Nordafrikas |
| Unterarten: |
O. bicornis rufa (= Nominatrasse: Südschweden, Dänemark, England, Portugal, Spanien, Korsika, Sardinien), O. b. cornigera (Mittel- bis Ost- und Südeuropa), O. b. fracticornis (Mallorca, Nordafrika). |
| Lebensraum: |
Waldränder & -lichtungen, Feldhecken, Streuobstwiesen, Parks & Gärten (synanthrop). |
| Fortpflanzung: |
vorhandene Hohlräume aller Art, linear bis zu 20, sonst bis zu 30 Bruzellen; Überwinterung als Imago im Kokon. |
| Kuckuck: |
keine Kuckucksbiene, aber die Fruchtfliege Cacoxenus indagator. |
Nahrung, Nestproviant: |
Pollen vieler Kräuter, Sträucher und Bäume aus 18 Pflanzenfamilien (polylektisch), wenig Nektar; sehr blütenstet. |
| Flugzeit: |
eine Generationen im Jahr (univoltin): Mitte/Ende MärzMitte Mai (M.) bzw. Ende Juni (W.). |
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Osmia bicornis oder Osmia rufa: Wer kennt diese häufige Mauerbiene nicht? |
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Zu den bekanntesten und verbreitetsten Osmia-Arten gehört auch die "Rote" Mauerbiene, Osmia bicornis, ehemals (bzw. für viele Bienenfreunde immer noch) Osmia rufa. Das hat gute Gründe:
- Sie hat eine große Verbreitung und kommt mit vielen Lebensräumen zurecht (= ubiquitär) und läßt sich daher auch in unseren Gärten häufig beobachten (= synanthrop).
- Osmia bicornis hat das weiteste Nistplatz-Schema aller Mauerbienen: Es läßt sich kaum ein Hohlrraum denken, in dem diese Art nicht nistet: Viele Menschen haben irgendwann ihre lehmigen Nistverschlüsse in Garten- und Hausmauern, Ziegeln, Holzwänden und Altholz, Pflanzenstengeln und selbst abgelegten hohlen Gebrauchsgegenständen entdeckt, und viele Naturfreunde haben sich schon gefreut, wenn selbstgebastelte Nisthöler prompt von ihr angenommen wurden.
- Es gibt kaum eine Pflanze im Siedlungsbereich, deren Blüten sie nicht besucht; selbst Windblütler wie Buchen, Eichen, Hainbuchen oder Wegericharten (Plantago spp.) nutzt sie als Pollenquellen.
- Aufgrund dieser ungewöhnlich großen Flexibilität kommt sie immer noch in auffälliger Kopfzahl vor, sie ist quasi der "Spatz" unter den Mauerbienen und von den Entomologen gut untersucht.
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O. bicornis , sonnenbadend · Solingen, 1.4.2007 |
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Osmia bicornis : Der Lichteinfall bewirkt Wunder! |
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Osmia bicornis an der Zierjohannisbeere |
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Osmia bicornis · Fotos: Solingen, 1.4.2007 |
Brutgeschäft: Kurz nach den Männchen kommen Anfang April die Weibchen aus den Brutzellen des Vorjahres und werden schon von den Männchen erwartet, die sich in der Nähe der Nester häufig Flugduelle liefern. Die Paarungen finden meist in unmittelbarer Nähe der Nester statt, manchmal sogar darin. Alte Nester werden leergeräumt, bevor sie wiederverwendet werden. Als Baumaterial verwendet die Rote Mauerbiene vorzugsweise Lehm, aber auch Sand und Erde. Da der Mörtel feucht sein muß, wird er z. B. an Pfützen gesammelt und anschließend (nach Beobachtung eines Forschers) noch mit Speichel gemischt. Sind die "Lehmgruben" rar, lassen sich dort oft viele Weibchen beim "Ausbaggern" beobachten.
Osmia bicornis nistet gerne in Röhren von 67 mm Durchmesser, nimmt aber auch viel größere und auch andersförmige Hohlräume an. Die Biene baut die erste Brutzelle am hinteren Ende eines Hohlraums und verschließt sie mit einer Trennwand, die zugleich die Rückwand der nächsten Zelle sein wird; im Falle von "Haufennestern" sind hingegen alle Vorräte und Larven vollständig von Mörtel umgeben. Bevor das Weibchen mit der Befüllung einer Nestzelle beginnt, mörtelt es eine sichelförmige "Türschwelle" und definiert damit den Beginn der Zelle. Von einem Sammelflug angekommen, krabbelt die Mauerbiene zunächst mit dem Kopf voran in enge Niströhren, um wenig später wieder herauszukommen, zu drehen und sich mit dem Hinterleib voran rückwärts gegen die Zellenrückwand zu schieben, wo sie mit den Hinterbeinen den Pollen aus ihrer Bauchbürste streift. Diesem mischt sie nach weiteren Sammelflügen auch etwas Nektar bei, und zwar im Zentrum des Proviants, wo sie schließlich ein einziges Ei ablegt.
Das stiftförmige Ei ragt mit seinem vorderen Ende leicht schräg aus der Nahrungshalde heraus und ist mit bloßen Auge zu erkennen. Das Weibchen bepudert es noch mit etwas Pollen, bevor es die erwähnte "Türschwelle" zu einem Ring erweitert und die Zelle schließlich ganz schließt. Wenn der Eingang der Niströhre noch nicht erreicht ist, ist nun die nächste Brutzelle dran. Die Trennwände sind mit nur 13 mm Dicke nicht sonderlich stabil, der Nestverschluß hingegen kann eine Stärke von 12 mm erreichen.
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Männchen auf Balkonplatten, März 2001 ... |
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... und an einer Traubenhyazinthe |
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Osmia bicornis / rufa an einem Schwegler-Schaukasten: Männchen wartet auf Weibchen. (Hier ist die Brut einmal nicht, wie oft zu erleben, in den Glasröhrchen erstickt!) |
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| Altes, "abgeflogenes" Weibchen in 6-mm-Loch |
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Eichennistblock auf Balkon · Solingen, Mai 2002 |