Osmia
adunca ·
aurulenta ·
bicolor ·
bicornis/rufa ·
caerulescens ·
cornuta ·
leucomelana ·
spinulosa
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Zu den interessantesten Bienen überhaupt zählen jene Mauerbienen, die in Schneckenhäusern nisten. Osmia bicolor, die 'zweifarbige Mauerbiene', ist keineswegs die einzige Mauerbiene, die sich so fortpflanzt, aber in Deutschland die häufigste und bekannteste: Sie baut in mittelgroßen leeren Schneckengehäuse der häufigen Hainschnecken Cepaea nemoralis ("Hainbänderschnecke"), Cepaea hortensis (Gartenschnecke) und Cepaea vindobonensis ("Sarmatenhainschnecke") sowie von Arianta arbustorum ("Gefleckte Schnirkelschnecke") und Bradybaena fructicum ("Buschschnecke"), selten auch Helix pomatia, der bekannten Weinbergschnecke. Auch zum Übernachten und Überdauern schlechten Wetters werden die Gehäuse genutzt, übrigens von beiden Geschlechtern.
Die Drohnen schlüpfen im Frühjahr einige Zeit vor den Weibchen und patrouillieren zwischen den in ihrem Revier herumliegenden Schneckenhäusern auf der Suche nach einem frischgeschlüpften, paarungsfähigen Weibchen. Hat ein Weibchen ein geeignetes Schneckenhaus gefunden, kontrolliert es sein Inneres und seine Ausrichtung und dreht es notfalls, bis die Mündung schräg nach unten zeigt. Dann beklebt es das Gehäuse fleckenweise mit einem grünen Pflanmzenmörtel, der aus abgebissenen Blattstücken und Speichel besteht.
Nun sammelt Osmia bicolor vier bis sechs Stunden lang Pollen und Nektar. Sobald genug Proviant eingetragen ist, deponiert die Biene weiteren Pflanzenmörtel an der Spindel des Gehäuses und heftet dann ein Ei an den Futterbrei. Mit dem deponierten Pflanzenmörtel baut sie nun die erste Querwand. In der Regel beherbergt ein Schneckenhaus nur eine Brutzelle bzw. ein Ei, manchmal zwei, sehr selten bis zu vier. Vor der ersten (im Falle mehrerer Zellen letzten) Zwischenwand häuft sie dann Steinchen, Holzstückchen und Erdbröckchen an, bis eine Schneckenhauswindung aufgefüllt ist; dann folgt mindestens eine weitere Querwand aus Pflanzemörtel. Meist baut sie noch weitere solcher gefüllter Kammern, die letzte ist ein 12 cm dicker Propfen.
Das verschlossene Gehäuse dreht die Schneckenhaus-Biene so, daß die Mündung flach dem Boden aufliegt; dazu unterminiert sie es notfalls sogar und fliegt die ausgegrabenen Erdbrocken weg. Schließlich fliegt sie stundenlang Hunderte trockener Grashalme oder Kiefernnadeln (115, meist 210 cm) ein und stellt sie schräg an das Gehäuse, bis ein etwa faustgroßer Gras- bzw. Nadelhaufen das Schneckenhaus völlig bedeckt.
Vorkommen / Schutz: Osmia bicolor ist eigentlich eine relativ häufige Art, aber dennoch mittlerweile selten geworden, da ihre oberirdische Nistweise in Schneckenhäusern sehr störungsanfällig ist und sich nicht mit der intensiven "Pflege" von Gärten und Grünanlagen (und erst recht nicht intensiver Landwirtschaft) verträgt. Gartenbesitzern, die dieser Biene eine Chance geben möchten, sei also eine naturnahe Gartenpflege ohne ständiges Harken und Kehren empfohlen. Die Chance für aufregende Beobachtungen des Nestbaus läßt sich durch ausgelegte Scheckenhäuser erhöhen.
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Ein Angebot für Osmia bicolor : Das große Haus der Weinbergschnecke (im Hintergrund) wird nur selten angenommen, Hainschneckengehäuse dagegen gerne. Schneckenhäuser sollten im Garten dort liegen, wo sie nicht zertreten werden und der Boden nicht allzu verfestigt ist, damit die Biene ein Schneckenhaus untergraben kann, um es umzudrehen. |
| Mauerbienen | Osmia bicornis |